AMD Phenom 9850 BE ein Stromfresser: Warum?

AMDMit der heutigen, offiziellen Vorstellung der AMD Phenom-Prozessoren im fehlerbereinigten B3-Stepping sind auch einige Launch-Artikel ins Netz gelangt, wenngleich auf deutscher Seite lediglich die Kollegen von "PCGH" zu nennen sind. Als Sample hat AMD lediglich sein Topmodell, den Phenom 9850 BE mit offenem Multiplikator und 2,5 GHz Takt, entsandt. Die in den Reviews auftauchenden Phenom 9750 und 9550-CPUs wurden mittels Taktsenkung realisiert. Auffallend ist beim Lesen der Artikel, dass jede Redaktion einen deutlich gesteigerten Stromverbrauch gemessen hat. Zwar hat AMD gegenüber dem Phenom 9600 die TDP von 95- auf 125 Watt angehoben, dennoch sind die Zahlen überraschend hoch. Was läuft falsch?

Zunächst versuchte man sich diese Situation durch das neue Stepping zu erklären, doch AMD beteuerte immer, lediglich den TLB-Bug beseitigt zu haben und ansonsten keinerlei Änderungen vorgenommen zu haben. Wo also liegt der Teufel? Ausnahmsweise nicht im Detail! Die Verlustleistung setzt sich im Allgemeinen aus dem Takt und insbesondere der Spannung zusammen. Während ersterer Faktor den Stromverbrauch linear beeinflusst, wird die Erhöhung der Spannung exponentiell auf den Stromverbrauch übertragen und genau hierin liegt das Problem der erhöhten Verbrauchswerte beim Phenom 9850 BE.

Die aktuell am Markt erhältlichen Phenom-Prozessoren begnügen sich mit einer Versorgungsspannung zwischen 1,175- und 1,25 V, während der an die Tester gesandte Phenom 9850 BE mit 1,30 V betrieben wurde. Dies macht in etwa 8- (Vergleich: 1,175 V) respektive 22 Prozent (Vergleich: 1,25 V) aus; weitere 8 Prozent ergeben sich aus dem 200 MHz höheren Takt. Die 25 Prozent höheren Verbrauchswerte (allerdings des gesamten Systems, beim Prozessor alleine sollten es demnach deutlich mehr sein), die in den Tests ermittelt wurden, lassen sich also bereits hierüber ansatzweise erklären.

Es gibt jedoch ein weiteres Argument, welches den hohen Verbrauchswert des Phenom 9850 BE einmal mehr verständlicher macht. Als einziger Phenom besitzt der 9850 BE einen erhöhten Memory-Controller- und L3-Cache-Takt, der über die Northbridge im Die gesteuert wird. Diese beträgt beim Phenom 9850 BE 2000 MHz, bei allen anderen Phenoms jedoch nur 1800 MHz. Ob zur Realisierung des höheren Takts auch die Nortbridge-Spannung angehoben wurde, ist unklar, aber bereits die lineare Taktsteigerung sollte sich wieder im letztendlichen Verbrauchswert niederschlagen.

Abschließend die entscheidende Frage: Soll ich als Käufer aufgrund des exorbitant hohen Stromverbrauchs Abstand vom Phenom 9850 BE nehmen? Unsere Antwort an dieser Stelle: Nein! Es deutet alles darauf hin, dass AMD die Testsamples bewusst mit mehr Spannung versandt hat, damit die Redaktionen bessere Overclocking-Ergebnisse erzielen. Die im Handel erwerblichen Prozessoren sollen - wie Phenom 9500 und 9600 (BE) - mit maximal 1,25 V ausgeliefert werden. Insofern alles halb so wild. Durch den höheren Kern- sowie Northbrige-Takt wird die CPU zwar mehr Energie benötigen als ein Phenom 9600, jedoch dem System anstelle von 25 Prozent eher 10 Prozent mehr Strom abzweigen.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

0 Kommentare