Intel: Core 2 verletzt US-Patent

IntelAuf Intel rollten in den letzten Wochen und Monaten mehrere, unzählige Klagewellen zu. Ging es in der Vergangenheit hauptsächlich um den Missbrauch des Monopols, werden nun auch Vorwürfe an das kalifornische Unternehmen herangetragen, wonach man mit dem Verkauf der Intel Core 2-CPU ein Patent der Universität Wisconsin verletze.

Die Wisconsin Alumni Research Foundation (WARF) wirft Intel konkret vor, eine eigens entwickelte Parallelisierungs-Technik, die Befehle voraussagt (Prefetch-Funktion) und beim Zutreffen deutlich beschleunigt, im Core 2 eingepflegt zu haben und mit dieser sogar groß propagiert zu haben, ohne aber im Besitz der Lizenz gewesen zu sein. Intel fasst diese Technologie unter dem Namen "Macro-Ops-Fusion" und führt sie unter dem Schlagwort "Wide Dynamic Execution". Die WARF fordert nun ein Verkaufsverbot des Core 2.

Intel, so die Anschuldigung der WARF, hat bewusst gegen das US-Patent 5.781.752 "Table Based Data Speculation Circuit for Parallel Processing Computer" verstoßen. Denn schon im Jahr 2001, als der Core 2 bestenfalls in den Kinderschuhen steckte, war die WARF bemüht, eine legale Lizenzierung durchzusetzen, die Intel allerdings ablehnte. Und sogar vor Bewilligung des Patents im Jahr 1998 soll es Gespräche mit Intel gegeben haben.

Gewiss wird die WARF nicht die Verkaufseinstellung des Core 2 erreichen, doch kommen auf Intel vermutlich abermalige Entschädigungszahlungen zu, die der Universität Wisconsin ironischerweise wieder dazu verhelfen könnten, "neue" Techniken zu entwickeln, die Intel in kommenden Generationen berücksichtigen könnte. Ob man dann direkt den legalen Weg einschlägt oder sich weiterhin am Rande der Legalität bewegt, muss Intel selbst entscheiden.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

10 Kommentare

10.) Sennahos 10.02.2008 - 02:46 Uhr
Man beachte aber; Patente treiben die Wirtschaft, den Fortschritt enorm an, Konkurrenzkämpfe, das streben nach besserer Technologie.
Ohne Patente wäre ein großer Teil der heutigen Infrastruktur noch im letzten Jahrhundert. prost :) dennoch is das jetzige Patenterecht an sich zu Lückenhaft bzw. verbesserungswürdig.
9.) Ararat++ 10.02.2008 - 01:50 Uhr
Patente finde ich sowieso sinnlos. Ich finde, man sollte nur einen Hinweis zu dem Erfinder reinschreiben, der das erstellt hat.
8.) Sennahos 10.02.2008 - 00:15 Uhr
wer weiß.... vielleicht war das ganze ja geplant, und jetzt ziehen beide parteien ihren nutzen daraus. hehe
7.) Luk Luk 09.02.2008 - 23:24 Uhr
Achso :)

Trotzdem hat die Uni das Recht auf ihr Patent!
6.) Ararat++ 09.02.2008 - 22:32 Uhr
Ne ich mein, dass Intel MACHT im Gegensatz zur Uni hat. Mein Posting hat sich nicht auf AMD bezogen.
5.) Luk Luk 09.02.2008 - 20:58 Uhr
Für dich vielleicht, aber AMD wird kommen.
4.) Ararat++ 09.02.2008 - 20:08 Uhr
Intel hat die M A C H T, wird also bestimmt keine Auswirkungen haben
3.) Phenocore 09.02.2008 - 13:42 Uhr
Das Patent wurde 1996 angemeldet und 1998 bewilligt. also nix mit "vor Anmeldung des Patens im Jahr 1998"
http://www.golem.de/0802/57579.html

@touly
Man will halt nicht gleich vor Gericht und versucht das Problem erst durch Gespräche zu lösen. Dabei hat man außerdem Zeit mehr Beiweise zu sammeln und sich auf den Prozesses vorzubereiten. Solange die Verjährungsfrist nicht abgelaufen ist, braucht man sich da nicht zu hetzen sofort vor Gericht zu ziehen...
2.) touly 09.02.2008 - 12:50 Uhr
was mich wundert warum das erst jetzt rauskommt immerhin verkaufen die ja die cpus seit knapp 2 jahren
1.) Luk Luk 09.02.2008 - 12:26 Uhr
Wenn man sich das mal so anguckt, da ist Intel gar nicht mehr so "gut", wie man dachte. AMD war ja bisher immer der "Buhmann". Schon arm, wenn Intel sich für schnellere Rechenleistung und Geld einen klar illegalen Vorteil verschafft.