Intel Skulltrail: Scherbenhaufen ist offiziell

IntelIntel wollte die Woche mit einem Paukenschlag beginnen lassen, indem man die High-End-Plattform "Skulltrail", welche bis zu zwei Core 2 Extreme Prozessoren, vier Grafikkarten inklusive SLI/CrossFire aufnehmen kann, vorstellte. Während die Kollegen von "Tom's Hardware" mit Biegen und Brechen einen Test hinbekamen, welcher auch im Webweiten verlinkt ist, musste der der "ComputerBase" auf unbestimmt verschoben werden.

Intel Skulltrail-Plattform

Nach Aussagen von "Tom's Hardware", die die wesentlichen Neuerscheinungen Intels der letzten 12 Jahre getestet haben, zeigte sich noch kein System so unausgereift wie "Skulltrail". Wie "ComputerBase" berichtet, dauert bereits das Booten fast 60 Sekunden und macht damit schon vorab keinen "guten" Eindruck. Es folgt daraufhin eine absolut unadäquate Lüftersteuerung, welche nur "Aus" oder "An" mit voller Umdrehung kennt. Die allgemein hohe Lautstärke wird insbesondere durch einen Lüfter, welcher die sehr heiß werdenden nForce-100-Chips, welche zur SLI-Realisierung notwendig sind, kühlt, nahezu unerträglich, so die ernüchterne Erkenntnis in der Redaktion.

Des Weiteren sind Probleme beim Verändern des Multiplikators aufgetaucht. Wird dieser heruntergeregelt, wird Windows nicht mehr fehlerfrei gestartet. Stellt man den Multiplikator wieder zurück, so soll der FSB nur noch 333- statt 400 MHz betragen und damit die reale Taktfrequenz anstelle von 3,2 GHz nur noch 2,66 GHz. Unter der Haube werkeln nämlich standardmäßig zwei Core 2 Extreme QX9775-CPUs, die bereits auf der Penryn-Architektur basieren und damit in 45nm gefertigt werden.

Intel Skulltrail-Plattform

Des Weiteren soll es Fehler im Boarddesign geben, so dass beim Einsetzen mehrerer Grafikkarten notwendige Stromanschlüsse überdeckt sind. Im Falle der "ComputerBase" scheint sogar einer der vier PCI-Express-Slots nach ersten Tests den Geist aufgegeben zu haben. Ursprünglich wollte man die "Skulltrail"-Plattform als Test-Plattform für künftige Grafikkarten-Tests verwenden, gibt jetzt jedoch klar zu Wort, dass man sich von dieser distanzieren wolle.

Potentielle Käufer müssen aber nicht völlig abgeschreckt werden: Die meisten Probleme, so ist zu hören, lassen sich mittels neuer Bios-Revisionen umgehen, so vermutlich auch die Performance - "Tom's Hardware" kam immerhin zum Testen -, welche sehr bescheiden ausfiel und keinsterweise die horrenden Preise, die Intel fordert, gerechtfertigt. Intel hätte besser daran getan - so der Grundtenor -, die Plattform zur CeBIT oder gar noch später zu präsentieren. Der jetzige Launch wirkt stark verfrüht; den Redaktionen wurden Boards ausgehändigt, an denen alles, was schief laufen konnte, schief gegangen ist.


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2 Kommentare

2.) JackBauer 05.02.2008 - 13:42 Uhr
Also das überrascht mich jetzt auch ziemlich. Bin von Intel in letzter Zeit sowas ja gar nicht gewohnt. :/
1.) Vulture 04.02.2008 - 17:44 Uhr
Das verstehe wer will. Wenn AMD so ein unfertiges Produkt auf den Markt brächte, wäre das zwar auch nicht schön, aber immerhin nachvollziehbar, denn AMD steht bekanntlich unter enormem Druck.
Das Intel aber, vollkommen ohne Not, so ein unfertiges und praktisch sogar unbrauchbares Produkt vorstellt ist irgendwie nicht verständlich.
Gute PR sieht anders aus.