Intel: Neues Stepping behebt "FSB-Bug"

IntelMitte Dezember informierte Intel darüber, dass man den "Yorkfield"-Launch nach hinten legen müsse, da ein Problem bei der Integrität des Signals zur Kommunikation zwischen Prozessor und Chipsatz (FSB) festgestellt worden sei. Nur wenige Wochen darauf, kurz vor Weihnachten, hieß es, dass man die neuen Quad-Core-Prozessoren deswegen verschiebe, weil die aktuellen Prozessoren schon schnell genug seien; zum FSB-Bug, der vermutlich der einzige Grund für die Verspätung ist, verlor man kein Wort mehr, was wir Intel damals wie heute auch negativ ankreiden.

Nachdem es dem Intel-Marketing also gelungen war, den FSB-Bug schlichtweg zu verschweigen, folgte auf der Consumer Electronics Show (CES) diesen Monat die offizielle Vorstellung der Prozessoren. Wer sich jedoch einmal in den hiesigen Online-Shops umschaut, wird kein "Yorkfield"-Modell sichten, welches verfügbar ist, obwohl der Launch auf der CES darauf hindeutete, dass die Prozessoren - wie die Dual-Core-Vertreter - mit der Vorstellung auch prompt im Handel anzutreffen wären. Dass noch immer kein Modell erhältlich ist, ist für uns einmal mehr eine Bestätigung dafür, dass der FSB-Bug tatsächlich existent ist und erst mit einem neuen Stepping beseitigt werden kann.

Die einzige auf dem Handel erhältliche CPU, die von vornherein - noch vor dessen Bekanntwerden - den Bug in sich trug, ist die Core 2 Extreme Edition QX9650, welche verfrüht im November vorgestellt und verkauft wurde. Auf der eigenen Seite hat Intel in den neusten Product Change Notification (PCN) nun darüber informiert, dass ein neues Stepping (C1) für den QX9650 in Arbeit sei, welches - dies wird explizit erwähnt - den FSB-Bug korrigiert, ansonsten aber ohne große Änderungen auskommt. Es ist also offensichtlich, dass das Stepping, ähnlich wie AMDs B3, über das weitaus mehr Trubel gemacht wird - Intel wird sich freuen -, lediglich dazu dient, einen auffälligen Fehler auszubügeln.

Weiter heißt es in der PCN, dass die Mainboardhersteller zur Unterstützung des QX9650 im C1-Stepping ein neues Bios bereitstellen müssten. Erste Prozessoren im neuen Stepping sollen unterdessen erst in gut vier Wochen, am 3. März, ausgeliefert werden; dies deckt sich mit den Angaben die man Mitte Dezember tätigte, als es hieß, dass sich der Launchzeitpunkt der Quad-Core-Prozessoren wegen des FSB-Bugs auf März verschieben würde.

Dass die neuen Quad-Core-Prozessoren (Q9300, Q9450, Q9550) jedoch mit keinem Deut erwähnt werden, ist für uns unverständlich, denn, da sie bis dato nicht verfügbar sind, ist es naheliegend, dass Intel sie von vornherein im neuen, fehlerbereinigten Stepping auf den Markt schickt. Dies würde im Umkehrschluss aber bedeuten, dass die Prozessoren frühestens am 3. März erhältlich wären. Eine Tatsache, mit der man sich erst einmal anfreuden muss und die für den potentiellen Käufer von großer Bedeutung ist.


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12 Kommentare

12.) Phenocore 30.01.2008 - 15:40 Uhr
Laut AMD kann der Fehler vor allem bei Virtualisierung auftreten, kann aber auch bei anderen Workloads auftreten und ist somit nicht nur auf die Virtualisierung begrenzt...

Hier auch mal ein Zitat: "AMD has stated previously that virtualization workloads can lead to this problem, but Saucier clarified that other workloads can trigger system hangs, as well."
http://techreport.com/discussions.x/13724
11.) Streamline 30.01.2008 - 14:09 Uhr
Der Bug kann laut der AMD Erratum auftreten, wenn die Virtualisierungsfunktion genutzt wird. In normalen Desktop-Anwendungen ist der Bug daher durchaus ungefährlich, auch spricht AMD von den gleichen "not observed this erratum with any commercially available software" (wie auch Intel). Letztendlich ist der Hauptunterschied die Marktdurchdringung der Prozessoren, der QX ist einfach deutlicher teurer und deswegen werden von dem weniger Modelle umgesetzt wurden sein.
10.) Phenocore 30.01.2008 - 11:07 Uhr
Unfair finde ich auch, dass jemand (oder war das AMD selbst?) das Gerücht in die Welt gesetzt hat, dass der Bug etwas mit der Taktfrequenz zu tun hat. Das wurde von AMD zwar schon mehrmals dementiert, aber wie man hier sehr schön sieht, hat sich das bei vielen in den Köpfen festgesetzt und die neuen Infos haben scheinbar die Leute nicht erreicht. Wonach viele noch glauben, dass ihre Phenoms mit 2,3 Ghz von diesem Erratum nicht betroffen sind, was ein Trugschluss ist. (So viel zu der "unfairen Berichterstattung" Zudem: Wie ich schon sagte: Fehler von Produkten, die nicht in Massen auf dem Markt erscheinen, interessieren auch keine Massen.)
9.) deagle 30.01.2008 - 10:46 Uhr
Naja... ob Fair oder unfair...

Fakt ist das der Phenom Bug alle CPU´s ab einer bestimmten Taktrate betrifft, der FSB Bug bei Intel tritt wohl nur in Verbindung FSB höher als 420 auf (was bedeutet das die CPU um mehr als 25% ausserhalb der Spezifikationen betrieben wird)

AMD musste kontern, nachdem Intel ihnen dank Core 2 Architektur ganz gewaltig gezeigt hat wo der Barthel den Most holt. Und AMD hat´s verwachst...

Alle Intel CPU´s laufen innerhalb der Spezifikationen ohne Fehler, die Phenoms, schneller als 2,4 GHZ eben nicht, ob dieser Fehler nur im Labor reproduziert werden kann oder nicht spielt keine Rolle.

Man kann nur hoffen das AMD in Zukunft nicht mehr so stark daneben greift, dann heißt es beim Deagle auch wieder AMD-only Sys....
Ein paar Prozentpunkte weniger hätten micht nicht veranlasst zu Intel zu wechseln, aber ein Core-Quad @ 4 GHZ spielt in einer Leistungsklasse die utopisch weit vor AMD´s Flagsachiffen liegt
8.) sthei 30.01.2008 - 09:51 Uhr
Die Unfairnis liegt in der Art der Berichterstattung.
Bei AMD hat man den Bug sowas von hochgespielt, dass es fast einem Boykott-Aufruf nahe kam. AMD hat auch das Problem veröffentlicht und nicht wie Intel totgeschwiegen.

Und auch Intel hat ja offensichtlich betroffene CPUs weiterverkauft, sicherlich hat Intel auch welche verschoben, hat AMD auch gemacht(Phenom 9700). Für die verkauften CPUs hat AMD ein Patch bereitgestellt, damit ist der Bug aus der Welt, sicherlich das kostet Leistung, deswegen soll ja auch beim B3-Stepping die Bezeichnung [Phenom 9x50] geändert werden, damit man alte und neue von einandern unterscheiden kann.

Klar braucht AMD jeden Cent, deswegen verkaufen sie auch die bereits produzierten CPUs weiterhin [wobei der Preis für die "Bug-CPUs ja deutlich unterhalb von Intels "Bug-CPU" liegt.. keine Ahnung, ob Intel da nicht mehr Gewinn macht als AMD] .. aber ich weiß nicht, wer letztendlich mehr Gewinn bei der Sache macht.. ich denke Intel, schonmal allein wegen der Negativ-Schlagzeilen, die AMD abbekommen hat
7.) Phenocore 30.01.2008 - 04:12 Uhr
Wenn es so "egal" wäre, würde AMD keinen Patch ins Bios integrieren lassen, der über 10 Prozent an Leistung verschlingt und Intel die Produkte nicht zurückhalten.

Das ist aber auch eigentlich gar nicht das Diskussionsthema. Ihr habt über die Unfairnis gesprochen und ich habe die Unterschiede aufgezeigt, die zeigen, dass es eben doch nicht unfair ist. Wer anderer Meinung ist, kann sich ja einen Phenom in B2-Stepping kaufen. Mir soll es Recht sein.
6.) KodeX 29.01.2008 - 18:42 Uhr
Intel ist ja bereits mit schnellen QuadCores vertreten. AMD brauch die Phenoms... aber es ist doch egal wie schwerwiegend der Fehler ist, solange diese nicht auftritt. Es ist nur ein Fehler, den man in einem Testlabor simuliert...
5.) Phenocore 29.01.2008 - 18:22 Uhr
Es handelt sich aber um einen gravierenden Fehler. Veraltete Daten können gespeichert werden. Das ist, wie wenn ich bis 10 zähle und auf einmal 5 bekomme...

Außerdem wurde da nicht alles gleich gestoppt. Es wurden schon über 400 Tausend CPUs verkauft und es werden in diesem Quartal noch weitere Quadcores und auch noch Tri-Cores im B2 Stepping folgen. AMD hat im großen un ganzen vom Stepping B2 auf das Stepping B3 umgestellt und verkauft die B2s weiter. Intel dagegen verkauft keinen Q9300 und auch keinen Q9450 (weil sie sich es leisten können.)
4.) KodeX 29.01.2008 - 18:14 Uhr
AMD hat doch die Produktion gestoppt um den Fehler auszumerzen und es ist eben Tatsache, dass der Bug nicht in der Praxis vorkommt.
3.) Phenocore 29.01.2008 - 18:12 Uhr
AMD verkauft alle Prozessoren mit Bug. Intel nur einen QX9650, wobei der Bug auch nur auf manchen Mainboards auftritt, während bei AMD das Problem direkt im Prozessor auftritt.

Die eine 1000 Euro CPU von Intel interessiert doch keine Sau. Wer kauft sie denn? Irgendwelche Testseiten, die auch gleich ein Übertaktungsmainboard kaufen, bei dem ein Spannungsabfall auf der Northbridge eh keine Auswirkung hat, weil bei diesen "Übertaktungsmainboards" eh immer zu viel Spannung drauf ist? Der Q9450 und Q9300 wurde von Intel doch verschoben. AMD liefert den Phenom 9600 und 9500 dagegen weiter aus.

Was ist jetzt unfair?
2.) KonKorT 29.01.2008 - 15:27 Uhr
Das ist der springende Punkt. Intel hat das super unter den Teppich gekehrt, währenddessen um AMDs Bug ein Riesendrama gemacht wurde. Beide Bugs konnten in der Praxis noch nicht reproduziert werden, sind also nicht wirklich schlimm. Dass AMD vielmehr Kritik eingesteckt hat, liegt schlicht daran, dass der Erwartungsdruck viel höher ist, Intel kann/darf sich quasi Fehler erlauben, wobei das eben nicht fair ist...
1.) KodeX 29.01.2008 - 15:15 Uhr
Es ist schon komisch, dass man dann wegen AMDs TLB-Bug, einem Bug, der bis jetzt nur im Testlabor zu stande kam, so ein riesiges Theater macht. Bei Intel macht man es ja nicht...