ATI Radeon HD 34x0 und HD 3650 offiziell

AMDObwohl ATI den Launch der HD 3870 X2 gestern via Telefonkonferenz vom 23.- auf den 28. Januar verlegen ließ, hieß dies natürlich nicht, dass ATI von seinem Plan, am heutigen Tage die Radeon-HD-3400- und 3600-Serie vorzustellen, abweichen würde. So präsentierte man dann auch heute insgesamt drei Pixelbeschleuniger, welche allesamt die Vorteile der seit November laufenden Radeon-HD-3000 Serie besitzen, namentlich: 55nm-Fertigung, DirectX 10.1, PowerPlay und Unified-Video-Decoder. Verfügbar sind die neuen Chips noch nicht, einige Online-Shops führen sie jedoch schon.

ATI Radeon-HD-3400-Serie

Den Anfang macht ATIs RV620-Chip, auf dem die gesamte Radeon-HD-3400-Serie basiert. Der RV620 ist der selbsterklärte Nachfolger des RV610, der bei der HD-2400-Serie zum Einsatz kommt. Gegenüber letzterem hat sich bis auf die allgemeinen Vorteile der überarbeiteten Architektur wenig getan: Weiterhin arbeiten 40 Streamprozessoren, 8 TMUs sowie 4 ROPs auf dem Chip. Unterschiede ergeben sich damit nur über die Taktfrequenzen, welche bei der HD-3400-Serie (logischerweise) etwas höher ausfallen. Während der Nachfolger der HD 2400 XT (700/700 MHz), die HD 3470, mit 800/950 MHz taktet, wird die HD 3450 mit 600/500 MHz ausgeliefert und liegt damit taktmäßig ebenfalls über ihrem Vorgänger, der HD 2400 Pro (525/400 MHz).

Auf der anderen Seite hat ATI an einem Nachfolger der aktuellen HD-2600-Serie gearbeitet, welcher unter dem Namen HD 3650 ins Rennen steigt und dabei ebenfalls hinsichtlich der Textur- und Shadereinheiten mit seinem Vorgänger gleichzieht. So sind auf der HD 3650 120 Streamprozessoren, 8 TMUs und 4 ROPs verbaut; weiter ist der Speicher an ein 128-Bit breites Speicherinterface gekoppelt. Bezüglich der Taktraten wird es im Handel vermutlich große Verwirrungen geben. Zwar wird der Chip einheitlich mit 725 MHz angesprochen, der Speicher taktet allerdings entweder mit realen 800- (GDDR3) oder 500 MHz (DDR2). Interessanterweise ist die Karte mit GDDR3-Speicher lediglich zusammen mit einem 256 MiB großem Texturspeicher zu erwerben, die DDR2-Variante wird es wahlweise mit 256-, 512- und auch 1024 MiB Texturspeicher geben, wobei insbesondere letztere Variante relativ sinnfrei sein sollte.

ATI Radeon HD 3650

Alle drei Chips werden aufgrund ihrer Leistung, welche im Low- (HD 3400) bzw. Mid-End-Sektor (HD 3600) anzusiedeln ist, relativ kostengünstig über die Ladentheke wandern. Für die HD 3450 werden 49-55 US-Dollar veranschlagt; in Geizhals wird sie bereits ab 37 Euro geführt. Die HD 3470 liegt mit 59-65 US-Dollar nur geringfügig darüber und wird momentan ab 59 Euro gesichtet. Ebenfalls unter 100 US-Dollar bleibt die HD 3650, welche zwischen 79- und 99 US-Dollar, je nach Speicherausstattung, an den Mann gebracht werden soll. Im Preisvergleich Geizhals findet man derzeit lediglich die GDDR3-Variante mit 256 MiB; diese variiert jedoch noch stark im Preis. Während eine Karte von Sapphire ab 77 Euro geführt wird, werden für andere Modelle utopische 187 Euro fällig (GeCube, HIS).

Im Rahmen der Vorstellung der Radeon HD 3400- und 3600-Serie hat man auch das so genannte "Hybrid CrossFire" eingeführt, welches in gewisser Hinsicht als Konter zu Nvidias jüngst vorgestellter "Hybrid-SLI"-Technologie zu verstehen ist, jedoch bei weitem nicht dessen Umfang erreicht. Anders als bei Nvidias "Hybrid-SLI" wird bei Nichtbelastung, unter 2D, nicht die diskrete, stromhungrige Grafiklösung abgeschaltet, sondern die Integrierte. Der Verbrauchsvorteil dürfte damit relativ gering ausfallen, spart man doch so nur den Verbrauch der integrierten Grafiklösung, welcher gewöhnlich nicht über 10 Watt liegt, ein.

AMD Hybrid Graphics

Nvidias "GeForceBoost" genannte Technologie hat man hingegen mit "Hybrid Graphics" eins-zu-eins übernommen. Im 3D-Modus kann sich also die integrierte Grafik hinzuschalten und der Diskreten helfend per CrossFire-Verbindung zur Seite stehen. Wie bei Nvidia ist dieses Feature jedoch an eine leistungsschwache Grafikkarte gekoppelt. Während Nvidia seines Zeichens die 8400 GS und 8500 GT bereitstellt, liefert bei ATI die HD-2400- und auch neue HD-3400-Serie Unterstützung. Selbstverständlich ist das Feature auch bei ATI an neue Chipsätze gekoppelt, in diesem Fall an den RS780 sowie RS780G.


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3 Kommentare

3.) Streamline 23.01.2008 - 19:56 Uhr
Die wirklich wichtige Neuerung der Karten für den Markt ist IMHO der DisplayPort und die Erweiterung der UVD-Menchanismen ab der 3470 (1440p-Unterstützung). Das ist ja für diese Karte als wissender Benutzer mehr relevant. ;)

Abgesehen davon ist hier natürlich auch Powerplay dabei, wirkt sich sicherlich nicht so stark aus, ist aber auch interessant.

DirectX 10.1 ist allerdings für die OEMs auch ganz interessant, richtig...
2.) KodeX 23.01.2008 - 19:27 Uhr
Sind ja eigentlich nur die Neuauflagen der HD 2400er und 2600er Karten mit ein wenig mehr Hz. Die einzige wirkliche Änderung ist der DX10.1 Support.

Denke aber, dass gerade der DX10.1 Support und die Bezeichnungen "HD 3xxx" viele Kunden locken könnte...
1.) Streamline 23.01.2008 - 19:14 Uhr
Für den OEM-Markt dürfte AMD damit gut gerüstet sein, doch die Videofeatures in den Karten sind wohl auch für den Retail-Markt ganz gut. Insgesamt auf jeden Fall gut gelungene Produkte von AMD - mal sehen ob man das in den Bilanzen wieder erkennen kann.