Intel Nehalem: Der große Überblick

IntelDie Vorbereitungen auf den Refresh der aktuellen Core-Mikroarchitektur laufen auf Hochtouren. Nachdem man den Server-Sektor mit den neuen 45nm-Kernen bereits im November bediente, stehen für diesen und die darauffolgenden Monate die Sektoren Desktop und Mobile an.

Intel Nehalem: Features im Überblick

Doch am Streif des Horizonts erblickt man bereits die nächste, komplett neu entwickelte Intel-Architektur namens Nehalem. Sie soll für einen weiteren, deutlichen Leistungsschub sorgen und gleichzeitig die Verlustleistung nicht ansteigen lassen. Aus Asien sind heute diverse neue Folien aufgetaucht, die auch erstmals Rückschlüsse auf die Performance zulassen und die Verlustleistung besser einschätzen lassen.

Bekannt war bisher, dass Intel die neue Architektur im vierten Quartal 2008 mit dem Bloomfield, einer vierkernigen Server-CPU, einläuten würde. Weiter tauchte in den letzten Meldungen Lynnfield auf, dahinter vermutete man eine achtkernige Desktop- oder Server-CPU. Die neusten Folien legen offen, dass es sich hierbei um eine vierkernige Desktop-Lösung handelt, der, wie Bloomfield, ein insgesamt 8 MiB großer L2-Cache zur Verfügung steht, den alle Kerne gemeinsam nutzen können.

Intel Nehalem: Modelle im Überblick

Ferner taucht auf den Folien Havendale auf. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Desktop-Lösung, allerdings nicht mit vier, sondern zwei Kernen. Der L2-Cache fällt ebenfalls nur halb so groß aus, also 4- statt 8 MiB. Havendale, der auf den ersten Blick wie ein Dual-Core-Lynnfield erscheint, ist in Wirklichkeit aber viel mehr. Er wird als erster Intel-Prozessor über eine integrierte Grafiklösung verfügen und damit den Low- und Mid-End-Sektor bedienen.

Während die Server-CPU Bloomfield auf den Sockel LGA 1366 (Tylersburg-Plattform) setzt und über eine Verlustleistung von bis zu 130 Watt verfügt, setzen die Desktop-CPUs Lynnfield und Havendale auf den Sockel LGA 1160 (Ibexpeak-Plattform) und benötigen bis zu 95 Watt (Lynnfield) bzw. 75 Watt (Havendale). Lynnfield wird bereits 2008 zusammen mit Bloomfield das Licht der Welt erblicken, Havendale, mit seiner integrierten Grafiklösung, wird erst für Anfang/Mitte 2009 erwartet.

Intel Nehalem: Leistungssteigerungen im Überblick

Besonders stolz scheint Intel bei seiner kommenden Mikroarchitektur auf den integrierten Speichercontroller zu sein, welcher die Kommunikation zwischen den einzelnen Kernen ungemein steigen soll. Intel gibt an, dass die Pro/Takt-Leistung eines Nehalem-Prozessors gegenüber der eines aktuellen Core 2 Quad Prozessors unter Single-Threaded Anwendungen zwischen 10-25 Prozent höher ausfallen soll, im selben Atemzug erwähnt man auch, dass Nehalem unter Multi-Threaded Anwendungen sogar 20-100 Prozent schneller ist - der integrierte Speichercontroller steigert also die Kommunikation unter den einzelnen Kernen beträchtlich.

Darüber hinaus ist die HyperThreading-Technologie bestätigt, die zwar bei Nehalem unter anderem Namen laufen wird, aber dasselbe tut, nämlich einen weiteren Core zu simulieren. Lynnfield, die Quad-Core-Desktop-CPU besitzt somit 4 Kerne, aber 8 Threads. Havendale, die Dual-Core-Desktop-CPU mit integrierter Grafiklösung besitzt 2 Kerne, aber 4 Threads. Des Weiteren wird die neue CPU-Generation weitere Möglichkeiten fürs Stromsparen bieten. Auf einer der letzten Folien ist der so genannte "Nehalem Turbo Mode" beschrieben, dabei wird vermutlich, wie bei AMDs K10-Architektur, die Balance zwischen den einzelnen Kernen unter Teillast gemeint sein. So ließe sich jeder einzelne Core mit separatem Takt und separater Spannung betreiben.

Intel Nehalem: Der Turbo Mode

Intel, die momentan schon andere Sphären als AMD durchlaufen, scheinen mit Nehalem nur noch einen zu schlagen: Sich selbst. Die neue Architektur soll bei selber Verlustleistung noch mal rund 30 Prozent schneller als die Core-Mikroarchitektur sein. AMD braucht ein mittelgroßes Wunder, um auch in Zukunft weiterhin mitmischen zu können. Intel scheint - zumindest für das eben begonnene Jahr - erneut unschlagbar gut aufgestellt.


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