Wird Google eine weltweite Bedrohung?

UnternehmenWas klein begann, ist mittlerweile riesig geworden: Google. Längst hat man den Sprung vom kleinen Suchmaschinenanbieter zum Globalplayer geschafft und bietet darüber hinaus Software für jegliche thematischen Schwerpunkte an. Grazer Informatik-Experten warnen nun vor Google und rufen dazu auf, notfalls das Kartellamt einzuschalten. Haupt-Herausgeber der Studie, Informatik-Professor Hermann Maurer findet deutliche Worte:

"Google gefährdet nicht nur unsere Wahrnehmung der Realität, sondern auch bestehende Wirtschafts- und vor allem Kapitalmarktmechanismen. Jeder, der die Situation betrachtet, muss sich dessen bewusst sein, dass Google in noch nie dagewesener Art Macht angehäuft hat und damit unsere Gesellschaft in Gefahr bringt. Jeder Spieler, der nie verliert, gefährdet die Grundfeste des Kapitalmarktes."

Google wird in der Studie unter anderem zu Lasten gelegt, Plagiate nicht aufzuspüren, obwohl man als größte Suchmaschine über die bestmöglichsten Mittel verfüge, geistiges Eigentum zu schützen. Dass Google lediglich aus wirtschaftlichen Gründen davon absieht, kann Maurer nicht nachvollziehen.

Ein weiterer, zentraler Kritikpunkt ist die angeblich nicht mehr ganz kosche Ergebnismenge. Demnach verweise Google bei willkürlich gewählten, deutschsprachigen Suchbegriffen in 70 Prozent der Fälle zu aller Erst zu Wikipedia. Bei Yahoo! sind es lediglich 50 Prozent, bei AltaVista nur 45 Prozent und bei LiveSearch gerade einmal 21 Prozent. Zwar nutzt Maurer diese Ergebnisse, um zu untermauern, dass Google mit Wikipedia einen geheimen Pakt geschlossen habe und damit nicht mehr objektive Suchergebnisse liefere, im Umkehrschluss kann man aber auch gleichzeitig der Microsoftschen LiveSeach angesichts deutlich geringerer Verweise zu Wikipedia "Betrug" vorwerfen.

Des Weiteren sind die Grazer Informatik-Experten zur Ansicht gekommen, dass Google durch interne Zugriffsstatistiken zu viel weiß; als Beispiel führt man die Manipulation von Aktienkäufen- oder verkäufen an. Google beherrsche das komplette Internet, so die Meinung der Grazer Informatiker. Man fordert daher eine Regulierung des Internets und will dies notfalls sogar per Kartellverfahren gegen Google durchsetzen - Microsoft wird sicherlich gerne zuschauen, wenn es zur Verhandlung kommt.


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3 Kommentare

3.) Morta 04.12.2007 - 20:32 Uhr
Hab früher auch Google benutzt, weil es einfach ne gute Suchmaschine ist(war).

Die letzten 1,5Jahre hab ich aber Google gemieden und Yahoo oder andere Suchmaschinen benutzt. Die haben schon viel zu viel Marktanteil und sowas ist nie gut.
2.) Phenocore 03.12.2007 - 21:48 Uhr
Oh nein, Wikipedia ist ja sooo böse. Google will an der kostenlosen Wikipedia-Seite verdienen... (Achtung Ironie)
Vielleicht betrügen ja die anderen, weil sie nicht die kostenlose Wikipedia-Seite als Ergebnis anzeigen, sondern irgend eine Seite, die Geld bezahlt?

Ich mach mir zwar auch so meine Sorgen um Google, aber die "Beweise" sind ja nur lächerlich.

News-Zitat: "Des Weiteren sind die Grazer Informatik-Experten zur Ansicht gekommen, dass Google durch interne Zugriffsstatistiken zu viel weiß;..."
Das Argument ist verständlich. Google wusste wie oft auf youtube über die Suchfunktion zugegriffen wurde und hat nach abwägen aller Kriterien die Seite gekauft...
Vielleicht sollte man die Suchmaschine google von dem Restunternehmen "Google" abtrennen? Dann muss sich ich das Restunternehmen von Google ihre Statistiken teuer mit Umfragen und Marktstudien erkaufen, wie jedes andere Unternehmen. Dann müsste man aber auch jede andere Suchmaschine inklusive Microsoft von dem Restunternehmen absplitten. Ob das aber alles so gut für die Technik der Suchmaschinen ist? Ich weiß nicht. Schließlich muss die Technik ja auch irgendwie bezahlt werden.
1.) Sennahos 03.12.2007 - 20:57 Uhr
Google is cool... find die voll toll.