Intel Nehalem: Sind 8 MiB L2-Cache zu wenig?

IntelIn der vorherigen News widmeten wir uns bereits der Veröffentlichung des Intel Nehalem, dessen Stromverbrauch und den damit verbundenen Problemen, eine attraktive 8-Kern Lösung herbeizuzaubern. Doch es gibt ein weiteres Detail zur neuen Architektur, das für Zündstoff sorgt und nicht ungenannt bleiben sollte: der L2-Cache.

Fudzilla berichtete Mitte dieser Woche davon, dass die Quad-Core Desktop-CPU "Bloomfield", die auf besagter Nehalem-Architektur aufsetzt, über insgesamt 8 MiB L2-Cache verfügt. Ob alle vier Kerne gemeinsam auf besagte 8 MiB L2-Cache zugreifen können oder ob jeder der vier Kerne einen separaten, 2 MiB großen L2-Cache hat, ist nicht bekannt und wahrscheinlich davon abhängig, ob ein L3-Cache als weiterer Zwischenspeicher der CPU zur Verfügung steht. Trifft dies zu, wird vermutlich jeder der vier Kerne einen eigenen, 2 MiB großen L2-Cache haben - die Cache-Verwaltung der K10-Architektur wäre damit übernommen.

Heftiger Auslöser für die hitzigen Debatten in Foren war allerdings allein die Tatsache, dass insgesamt 8 MiB L2-Cache zum Einsatz kommen. Wie bekannt, wird Intel Penryn, ebenfalls eine Quad-Core CPU, nämlich auf 2x 6 MiB L2-Cache zurückgreifen können und damit im Endeffekt auf mehr Cache. So kam es, wie es kommen musste: In diversen Foren wurde die neue Intel Nehalem-Architektur als "Fehlentwicklung" abgestempelt.

Zuerst einmal sollte vorweg genommen werden, dass Nehalem nicht Core ist und Core nicht Nehalem. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Architekturen, die womöglich, ja sogar sehr wahrscheinlich, mit komplett unterschiedlichem Gedanken entwickelt worden sind. So war beispielsweise bei der Entwicklung der Core-Mikroarchitektur vordergründig, die Verbindung zwischen CPU und Speicher (FSB) als Flaschenhals auszuschließen. Stattdessen setzte man unglaublich großen L2-Cache ein, der bis dato von der Konkurrenz - das natürlich nicht ohne Grund - unerreicht geblieben ist.

Dadurch, dass die Nehalem-Architektur auf einen seriellen Anschluss zwischen CPU und Speicher setzt und damit den bisherigen Flaschenhals, den FSB, beseitigt, ist die Skalierung völlig anders als bei der Core-Mikroarchitektur. Ähnlich wie bei AMDs K8- und K10-Architektur sind große und teure L2-Caches gar nicht mehr nötig bzw. ist dessen Performancegewinn zu gering als dass es rentabel wäre.

Zu sagen, die Intel Nehalem-Architektur wird der Segen auf Erden, wäre ebenso falsch zu sagen, dass die Architektur eine Fehlentwicklung ist. Es geht einzig und allein darum, dass man aufgrund eines kleinen technischen Details (L2-Cache), ohne die Funktionsweise und die technischen Feinheiten der Architektur zu kennen, keine voreiligen Schlüsse ziehen kann und darf. Ob Top oder Flop ist damit noch völlig offen: Lobet nicht den Morgen vor dem Abend!


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1 Kommentar

1.) bingomatik 26.10.2007 - 16:45 Uhr
Das ein aktueller AMD Prozessor (K8 und K10) mit einem kleinen L2 Cache zurechtkommt habe Ich kapiert währen bei Intel der Cache immer weiter wächst und somit auch die kosten ?
Sobald es einen Intel Nehalem Benchmark gibt: immer her damit.