Intel: Neue SSE Befehle machen Chaos perfekt

IntelIm Rahmen des Intel Developer Forum (IDF) kündigte Intel an, nach Penryn, der Anfang nächsten Jahres mit der so genannten SSE4.1 Erweiterung insgesamt 47 neue Befehlssätze unterstützen wird, mit weiteren Befehlserweiterungen ala SSE4.2 und AES - hierbei handelt es sich um eine komplett neue Erweiterung - nachzulegen. Von SSE5, das AMD kürzlich vor Intel präsentierte, will keiner etwas wissen. Der Verdacht liegt nahe, dass AMD und Intel auch künftig ihr eigenes Süppchen auf Kosten der Industrie kochen werden und damit ein ähnliches Chaos wie aktuell bei SSE4 auslösen.

Die Zeiten, in denen Intel mit SSE3 vorlegte (Prescott) und AMD einige Monate später (Venice) nachlegte, sind vorbei. Einheitliche Befehlserweiterungen gibt es nicht mehr, seitdem Intel im Sommer letzten Jahres die Core Mikroarchitektur mit neuen Befehlserweiterungen ausstattete. Die anfangs fälschlicherweise als SSE4 bezeichneten Befehle wurden später von Intel in SSSE3 umgetauft und stellten bis vor wenigen Tagen die neuste Erweiterung dar, die allerdings bis jetzt nur in den Intel Prozessoren zu finden ist.

Am 10. September, mit Vorstellung des Barcelonas, führte AMD die so genannten SSE4a Befehle ein, die eine Eigenkreation darstellen und nichts mit den Intelschen SSSE3 Erweiterungen, geschweige denn den für Anfang des Jahres geplanten SSE4.1 Erweiterungen, die im Penryn schlummern, zu tun haben! Erstmals hielt man sich also nicht an die Intel-Vorgaben, sondern backte sein eigenes Brötchen - zum Leidwesen der Industrie, die verständlicherweise einen allgemeinen Standard möchte.

Intel: SSE4.2 und AES-NI Entwicklung

Auf dem IDF ließ Intel bereits vorsichtig durchblicken, dass man auch künftig an eigenen Befehlssätzen arbeiten werde und man gelinde gesagt, sich nicht dafür interessiert, was der Konkurrent plant. Dieser hatte Ende letzten Monats SSE5 angekündigt und war eigentlich davon ausgegangen, dass Intel mitziehen würde und damit ein einheitlicher Standard nach dem SSE4-Hickhack wiederhergestellt sei. Doch die Verantwortlichen scheinen auf "sturr" zu schalten.

Trotzig kündigte man seinerseits an, mit der Einführung der Nehalem-Architektur im zweiten Halbjahr 2008, weitere 7 Befehlssätze zu implementieren, welche unter dem Namen SSE4.2 vermarktet werden sollen. Diese neuen Befehlssätze sollen laut Intel insbesondere bei der XML-Verarbeitung deutliche Vorteile bieten - eine bis zu dreimal so hohe Performance verspricht man. Darüber hinaus reichen die weiteren Planungen bis ins Jahr 2009. Dann möchte man mit dem im 32nm Verfahren hergestellten Nehalem-Refresh, Codename Westmere, die so genannte AES New Instruction (AES-NI) vorstellen, welche möglicherweise die Nachfolge von SSE antreten wird, womöglich aber auch simultan als "Neuling" mitläuft.

Ob die Geschichte schlussendlich noch ein gutes Ende findet, bleibt abzuwarten. Dadurch, dass momentan beide großen Halbleiterhersteller an Eigenkreationen arbeiten und die Entwicklungen des Gegners nicht begutachten, entstehen immer neue Standards, aber kein "richtiger", an dem sich die Industrie orientieren könnte. Viele meinen, dass die Reaktion der Industrie folgen muss, indem man sowohl die Intelschen als auch die AMDschen Entwicklungen unberücksichtigt lässt und auf einen einheitlichen Standard wie einst bei SSE3 oder auch SSE2 pocht.


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