EU-Verfahren gegen Intel, was meint AMD?

IntelDie größte Konkurrenz von Prozessorhersteller und -entwickler AMD befindet sich zur Zeit auf Wolke sieben. Gute Verkaufszahlen und große Fortschritte in technischen Neuentwicklungen zeugen von guter Arbeit seitens Intel, doch vor wenigen Tagen stellte sich heraus, dass man bei der Vermarktung der Prozessoren einige EU-Gesetze gebrochen hat. Es drohen harte Sanktionen.

So habe Intel die Prozessoren zu billig verkauft bzw. illegal mit Rabatten versehen, anderen Firmen Prämien für die Nichtnutzung von Konkurrenzprodukten geboten und so die eigenen Prozessoren teilweise unter den Herstellungskosten verkauft.
Ein Beispiel wäre hierzulande die Unter-Druck-Setzung der Media Markt-Kette, sodass diese nur Intel-Produkte vermarktete. Nachdem die EU-Komission nun schon seit 7 Jahren gegen den größten Chipproduzenten ermittelt, scheint man jetzt Befunde zu haben. Intel hat noch ca. 10 Wochen Zeit, um seine Unschuld zu beweisen, was aufgrund der Beweise aber schwer fallen dürfte.

Sollte Intel schuldig gesprochen werden, müsste der kalifornische Konzern eine Strafzahlung von rund 3,5 Milliarden US-Dollar in Kauf nehmen. Ob sich die Zahlung von ungefähr 10 Prozent des Jahresumsatzes stark auf Intels Erfolg auswirkt, wird sich zeigen, doch Branchenkenner meinen bereits jetzt, dass Intel damit keine Probleme haben dürfte. Nach der öffentlichen Bekanntgabe des Verfahrens meldete sich auch AMD zu Wort und kommentierte die Angelegenheit:

"Das ist ein Moment der Wahrheit für die gesamte IT-Industrie. Die Europäische Kommission nimmt es sehr ernst, den Missbrauch der dominierenden Position von Intel im weltweiten Mikroprozessormarkt zu beenden. Wir sind überzeugt, dass diese Beschwerdeschrift die Öffnung des weltweiten Mikroprozessorenmarktes beschleunigen wird, wovon Endkunden und PC-Unternehmen gleichermaßen profitieren werden."

So sieht AMD den Fehler der Konkurrenz als großen Vorteil und erhofft sich eine Verbesserung der eigenen Lage. Ob sich dies bewahrheitet, bleibt jedoch abzuwarten, wenngleich die Chancen nicht schlecht stehen.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

0 Kommentare