Intel rüstet sich mit Harpertown gegen Barcelona

IntelEs riecht förmlich nach neuen, leistungsstarken Prozessoren. Während AMD noch immer seine liebe Mühe und Not hat, den Server-Prozessor Barcelona auf Basis der neuen K10-Architektur rechtzeitig diesen Sommer zu veröffentlichen, hat Intel sich mit weiteren, für September angekündigten Server-CPUs auf Basis der aktuellen Core-Mikroarchitektur, gut gerüstet.

Insgeheim scheint der weltgrößte Halbleiterhersteller aber schon zu wissen, dass die Luft mit der Vorstellung des Barcelonas dünn wird. Deswegen will man möglichst schnell eine Antwort auf den Barcelona bereit halten. Die Antwort soll dabei - wer hätte es anders gedacht - die neue, in 45nm gefertigte Penryn-Generation herbeiführen. Harpertown (Quad-Core) und Wolfdale-DP (Dual-Core) werden Clovertown (Quad-Core) und Woodcrest (Dual-Core) ablösen. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die zu erwarteten Dual-Core Prozessoren.

. Kerntakt FSB L2-Cache TDP
E5260 3.33 GHz 1333 MHz 6 MiB 65 Watt
L5250 3.16 GHz 1333 MHz 6 MiB 40 Watt
E5205 1.86 GHz 1066 MHz 6 MiB 65 Watt


Dass sich Intel bestens auf den Barcelona und dessen Derivate vorbereitet hat, zeigt spätestens diese Tabelle. So führt die Dual-Core Riege ein mit 3.33 GHz taktender Prozessor an, der gerade einmal 65 Watt verschlingt. Hier zeigen sich schon erste Erfolge des 45nm Prozesses, schließlich gibt man für die aktuelle, in 65nm gefertigte Dual-Core CPU Xeon DP 5160, die mit 3.00 GHz taktet, eine TDP von 80 Watt an.

Wen diese Tatsache schon verblüffte, kommt beim L5250 nicht mehr aus dem Staunen heraus. Der mit 3.16 GHz nur minimal niedriger frequentierte Dual-Core Prozessor, der als Low-Voltage Prozessor verkauft wird, ist mit 40 Watt Verlustleistung ein wahrer Segen und bescheinigt Intel eine hervorragende 45nm Technologie, die sie einst selbst als größten Meilenstein der letzten 40 Jahren lobten. Weiter fortgeführt wird das auf nunmehr drei Prozessoren beschränkte Dual-Core Portfolio vom E5205, der mit 1.86 GHz bedeutend geringer taktet als seine beiden Brüder, durch Intels Raster aber auch nur in die 65 Watt Schiene fällt. Ausgestattet ist der Prozessor wie die anderen beiden Dual-Core Prozessoren mit 6 MiB L2-Cache. Beim FSB muss er sich allerdings mit 1066 MHz statt 1333 MHz zufrieden geben, was ihn in seiner Leistungsentfaltung aber eher minder einschränkt. Nachfolgend eine tabellarische Übersicht zu den Quad-Core Serverprozessoren, auf die Intel das komplette Portfolio ausgelegt hat.

. Kerntakt FSB L2-Cache TDP
X5460 3.16 GHz 1333 MHz 2x 6 MiB 120 Watt
E5450 3.00 GHz 1333 MHz 2x 6 MiB 80 Watt
E5440 2.83 GHz 1333 MHz 2x 6 MiB 80 Watt
E5430 2.66 GHz 1333 MHz 2x 6 MiB 80 Watt
L5430 2.66 GHz 1333 MHz 2x 6 MiB 50 Watt
E5420 2.50 GHz 1333 MHz 2x 6 MiB 80 Watt
E5410 2.33 GHz 1333 MHz 2x 6 MiB 80 Watt
L5410 2.33 GHz 1333 MHz 2x 6 MiB 50 Watt


Auffällig ist einerseits, dass Intel schon direkt bei 2.33 GHz startet - bisweilen begannen die Taktraten bei 1.60 GHz - sowie andererseits, dass man in feinen 166 MHz Schritten sein Portfolio aufbaut. Bisweilen ging man davon aus, dass Intel die granulösere Abstufung von je 333 MHz wählen würde.

Unterdessen darf man abermals die geringen Verbrauchswerte lobenswert hervorheben. Am Beispiel der L5430, E5430 und E5355 Prozessoren, welche je über 2.66 GHz verfügen, kann man die enorme Effizienz der neuartigen 45nm Fertigung gut ablesen. Während die in 65nm gefertigte Quad-Core CPU E5355 satte 120 Watt verschlingt, begnügt sich der gleich hoch taktende E5430 mit 80 Watt. Noch stärker zeigt sich der Vorteil der 45nm Fertigung, wenn man ein Low-Voltage Modell wie den L5430, ebenfalls 2.66 GHz, herbeizieht. Dieser verbraucht gerade einmal 50 Watt und damit weniger als die Hälfte des E5355. Absolut gesehen ist die Verlustleistung aber identisch geblieben. Denn das Ende der Fahnenstange stellt abermals eine CPU, die einen Verbrauchswert von maximal 120 Watt aufweist, dar. Mit 3.33 GHz statt 2.66 GHz ist diese jedoch spürbar höher getaktet.

Intel scheint seine Hausaufgaben gemacht zu haben. 25 Prozent höhere Taktraten bei gleichbleibender Verlustleistung sowie architektonische Vorteile der Penryn-Generation, die im Schnitt rund 10 Prozent ausmachen, ergeben unterm Strich eine 35 Prozent höhere Performance bei gleichbleibender Verlustleistung. Legt man die 20 Prozent Rückstand, die die aktuelle AMD K8 Generation zu der Core-Mikroarchitektur hat, noch oben drauf, sind wir bei 55 Prozent. Allein diese Zahl zeigt deutlich, wie schwer es AMD mit dem K10 haben wird, gegen Intel zu bestehen.


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2 Kommentare

2.) KonKorT 17.07.2007 - 18:31 Uhr
Dessen Bezeichnungen stehen noch nicht hundertprozentig fest, allerdings darf man auch mit Dual- und Quad-Core Varianten von bis 3.33 GHz rechnen. Kann mir gut vorstellen, dass Intel im kommenden Frühjahr dann auch direkt noch mit 3.66 GHz einen drauf legt. Selbst die aktuellen 65nm CPUs im G0-Stepping erreichen mittels Übertaktung und leichter Spannungserhöhung fast schon 3.8-4.0 GHz.
1.) touly 17.07.2007 - 17:55 Uhr
Weiß denn auch jemand wie die desktop Varianten des Penryns sich schimpfen?