AMD gibt Details zur K10 Mobilplattform preis

AMDGespannt warten wir seit nunmehr einem Jahr auf die K10 Mikroarchitektur, die bei AMD den schief sitzenden Haussegen wieder zurecht rücken soll. Nachdem in der Vergangenheit immer wieder den Server- und Desktop-Prozessoren die Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wollen wir uns heute ausführlich den ersten Mobilprozessoren basierend auf der K10 Architektur widmen. Schließlich möchte AMD in allen drei Sektoren mit voller Kraft davon marschieren und Intel endlich wieder in die Lage vor Einführung der Core 2 Duo Prozessoren im Sommer letzten Jahres versetzen.

Der Mobilsektor ist nicht gerade ein Standbein von AMD. Intel war bislang klarer Macher im Mobilsektor; das Centrino-Paket bislang ungeschlagen. Mit Einführung der ersten AMD Mobilprozessoren "Turion 64" gelang der Einstieg in die Welt der Notebooks. Eine wirkliche Alternative ist die AMD Mobilplattform aber bis heute nicht. Das soll geändert werden.

AMD kündigt an, die Mobilplattform Stück für Stück zu verbessern und damit im Umkehrschluss auch Stück für Stück auf Intel aufzuschließen. Der erste Schritt ist mit den Turion 64 X2 65nm CPUs getan, die seit wenigen Wochen verkauft werden. Ferner liefert man mit dem AMD 690M auch seit Kurzem den passenden Chipsatz. Nächstes, geplantes Update wird zum Jahreswechsel vollzogen, wenn AMD einerseits mit den Griffin-Prozessoren die ersten auf K10 basierenden Mobilprozessoren vorstellt sowie die neue Chipsatzgeneration RS780.

Der Griffin-Core soll zwar größtenteils aus dem K10 Design entspringen, jedoch verspricht AMD, dass dieser Chip mehr Änderungen zum Server- und Desktop-Chip aufweist, als manch einer vielleicht vermuten würde. So ist der Griffin-Chip ein speziell für den Mobilsektor konzipierter Chip, dessen oberstes Ziel ist, möglichst viel Leistung bei möglichst geringem Stromverbrauch zu erzielen. Griffin wird voraussichtlich ausschließlich als Dual-Core Variante erscheinen.

Eine der einzigartigen Neuerungen ist die unterschiedliche Spannungsversorgung der einzelnen Kerne. Es kann also beispielsweise Core 0 mit 0.9 V laufen, währenddessen Core 1 mit 1.1 V läuft - Weltneuheit! Ebenso beeindruckend ist, dass nunmehr der integrierte Grafikchip auf den Hauptspeicher zugreifen kann, ohne dass die CPU Rechenkerne aus ihrem Schlafzustand erwachen müssten. Auch hinsichtlich der HyperTransport 3.0 Unterstützung, die einen deutlich schnelleren Datenaustausch zwischen CPU und Speicher ermöglicht, ist der Griffin-Core einzigartig, denn er kann den HyperTransport Kanal vollständig lahm legen, sofern kein Datenaustausch stattfindet. Weiter kann die Geschwindigkeit nach Bedarf angepasst werden; so wirkungsvoll hat bislang noch keine Mobil-CPU gearbeitet!

Um die gesamte AMD Plattform abzurunden, die übrigens unter dem Namen "Puma" erscheinen wird, hat das kalifornische Unternehmen auch noch seinen kommenden Mobilchipsatz 780G mit einigen, raffinierten Features versehen. So bekommt er allen voran als erstes eine integrierte Direct3D 10 Grafik spendiert, die von der brandneuen ATi Radeon HD 2x00 Serie gestellt wird. Gewiss muss man bei integrierten Grafiklösungen oftmals Abstriche in Kauf nehmen - so dann auch bei der kommenden Puma-Plattform -, jedoch hat auch AMD hierfür vorgesorgt. Durch die sogenannte PowerXpress Technologie soll ein weiterer, externer (ATi-)Grafikchip problemlos verbaut werden können. Einmalig an der Sache: Es kann jeder Zeit zwischen integrierter- und externer Grafik umgeschaltet werden, um auch hier den optimalen Kompromiss zwischen Stromsparen und Performance zu finden.

Das ATi-Feature Universal Video Decoding, kurz UVD, sorgt zudem dafür, dass Video-Inhalte von DVD/HD-DVD/Blu-ray in MPEG2 und H.264 Codierung ohne Beanspruchung des Hauptprozessors wiedergegeben werden können. Auf der anderen Seite stehen dem Chipsatz natürlich noch die erwarteten Features HyperTransport 3.0 sowie PCI-Express 2.0 zur Verfügung. Zur Übertragung von Bildsignalen sind unterdessen die Formate DVI, HDMI und gar dessen Nachfolger, DisplayPort, möglich.

Als Southbridge dient bei der kommenden AMD Mobilplattform die SB700, die unter anderem vierzehn USB-Ports, sechs SATA 2.0- und einen IDE-Port(s) beinhaltet. Ebenso wird HD-Audio und PCI mit an Bord sein. Abermalige Neuheit des Chipsatzes wird HyperFlash sein, das Konkurrenzprodukt zu Intel Turbo Memory, das einen dedizierten Flash-Speicher, der auf der Platine verbaut sein wird, meint. Es kann also die durch Vista eingeführte ReadyBoost- und ReadyDrive Technologie, die ein deutlich schnelleres Booten ermöglicht, ohne Einschränkung genutzt werden.

Am Ende bleibt eine quasi runderneuerte Plattform, die mit dem Besten an Hardware gespickt ist, was man sich nur vorstellen kann. Einerseits holt man zwar auf Intel auf, andererseits übertrumpft man den Branchenprimus aber gar, mit neuen, noch nicht gesehnen Features, die besonders zum Stromsparen beitragen. Intel ist seit Jahren erstmals wieder selbst in der Pflicht und muss reagieren statt agieren. Wir rechnen uns für AMD äußerst gute Chancen aus, wenngleich es sicherlich noch fast ein Jahrzehnt dauern wird, bis AMD Intel im Mobilsektor das Wasser reichen kann. Zu sehr hat sich Intel dort einen hervorragenden Namen gemacht.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

0 Kommentare