Der AMD Analyst Day hielt nicht nur aus Prozessor-Sicht die ein oder andere Neuigkeit parat, auch die Grafikkarten-Sparte kam nicht zu kurz. Mit ATI Stream hat man heute offiziell das Pendant zu Nvidias CUDA-Technologie angekündigt: Eine Programmierumgebung für GPGPU-Computing. Wie auch Nvidia zeigt man sich sehr offen gegenüber offenen Standards und hat auch schon erste Gratis-Software für kommenden Monat angekündigt. Das ist zugleich der Monat, in welchem alle Radeon-Karten ab der HD 3000-Reihe durch den Catalyst 8.12 ATI Stream-kompatibel gemacht werden sollen.
ATIs Stream-Paket basiert auf der Programmiersprache Brook+, das eine Middleware über den Treiber anspricht, die AMD als Compute Abstraction Layer, kurz CAL, bezeichnet. Über CAL können dann auch noch andere Schnittstellen genutzt werden. Nennenswert sind hier OpenCL, das in den Rahmen der OpenGL-3.0-Spezifikationen fällt, sowie Microsofts Compute Shaders aus den DirectX-11-Spezifikationen.
AMD geht gezielt diesen Schritt, da die eigene Programmiersprache relativ komplex bzw. nicht leicht erlernbar sei.
Von dem nächsten Monat bereitgestellten Paket soll man nicht allzu viel erwarten, schraubt AMD bereits selbst im Vorfeld die Erwartungen herunter. Noch befinde sich alles am Anfang und man müsse nun Schritt für Schritt vorgehen, heißt es.
Mit dem kostenlosen ATI Avivo Video Converter wird man zur Präsentation am 10. Dezember wenigstens ein Programm vorführen können.
Bereits jetzt verriet man die Ergebnisse: So soll ein rund 90 minütiges Full-HD-1080p-Video mithilfe einer HD 4850 in rund 23 Minuten auf ein iPod-Format umgewandelt worden sein. Ohne ATI Stream benötigte die CPU, hier Intel Core 2 Extreme QX9650, für dieselbe Enkodierung knapp 400 Minuten und damit fast 20-mal so lang.
Fairerweise sollte man sagen, dass hier auch der recht träge QuickTime-Pro-Enkoder zum Einsatz, mit dem Windows Movie Maker wäre die Enkodierung sicherlich auch binnen 150 Minuten möglich gewesen - jedoch weiterhin kein Vergleich zur GPU-beschleunigten Lösung.
Nach dem ersten Schritt sollen viele weitere folgen. Bereits ab dem ersten Quartal 2009 möchte man auch das ebenfalls CUDA-kompatible TotalMedia Theater von ArcSoft unterstützen, das dann erscheinende PowerDirector 7 reiht sich genauso in den potentiellen Kreis der ATI Stream-kompatiblen Anwendungen.
AMDs Bemühungen in GPGPU-Computing rühren hauptsächlich daher, um im professionellen Markt weiterhin Schritt mit Nvidia zu halten, die mit ihren starken Quadro-Lösungen zuletzt Oberwasser gewannen. Dass dabei ein Bruchteil dessen auch auf die Desktop-Karten abfällt, ist mehr oder minder ein netter Nebeneffekt, der weitere Verkaufsargumente für die Radeons schafft.
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