Vorgestern überraschte die britische Gerüchteküche The Inquirer damit, dass Nvidia seinen in 55 nm-gefertigten GT200-Chip (GT206) offensichtlich nicht mehr rechtzeitig in diesem Jahr vorstellen könne. Angeblich musste Nvidia unerwarteterweise einen nunmehr dritten Respin des Chips in Kauf nehmen. Damit ist auch unsere wenige Wochen zuvor publizierte Nvidia-Roadmap nicht mehr ganz aktuell, wie man uns auf Nachfrage bestätigte.
Konkret geht es hierbei um den GT212, den in 40 nm gefertigten High-End-Chip, der nach Nvidias ursprünglicher Planung bereits im ersten Quartal 2009 aufschlagen sollte und zugleich der erste 40 nm-Chip der Kalifornier überhaupt werden sollte. Aufgrund der Probleme beim GT206 hat man sich nun jedoch entschieden, den sicheren, altbewährten Weg einzuschlagen, von dem man nach dem Geforce FX-Desaster auch nicht mehr abwich, nämlich zunächst einen bekannten, weniger komplexen Chip im neuen Verfahren zu produzieren.
Dieser wird GT216 heißen und technisch vermutlich mit derselben Anzahl an Ausführungseinheiten wie der GT200 anlaufen. Da der Launchzeitpunkt für das erste Quartal 2009 anvisiert ist, bleibt fraglich, ob es überhaupt noch einen GT200 in 55 nm geben wird. Unsere Quellen schweigen sich darüber noch aus.
Gelingt der Umstieg auf die 40 nm-Technologie durch den GT216 erfolgreich, so will man kurz darauf, im zweiten Quartal 2009, auch den GT212 präsentieren. Ein Nvidia-Vertrauter versicherte uns in diesem Zusammenhang, dass der Chip über insgesamt 384 Shadereinheiten verfügen werde. Die 60 Prozent höhere Shaderpower gegenüber GT200 soll helfen, den RV870 sowie dessen mögliche Multi-Varianten einzufangen.
Ob von der Verschiebung des GT212 auch der GT300 betroffen ist, der nach letzten Aussagen im vierten Quartal 2009 aufschlagen sollte, wissen wir nicht.
Eines wissen wir jedoch: Es steht uns ein fulminantes, erstes Grafikkartenhalbjahr 2009 bevor.