Gestern hat AMD mehr oder minder den Launch der HD 4850 zelebriert. Die technischen Spezifikationen inklusive der Produktvorstellung der HD 4870 sollen am 25. Juni folgen.
Doch logischerweise stehen bereits jetzt die Spezifikationen intern fest und nachdem die taiwanesischen Kollegen von "Tom's Hardware" das Fass am heutigen Tage aufmachten, wollen wir nicht mehr groß zögern und nachlegen. Die vorliegende Tabelle zeigt die HD 4800-Produktreihe, mit der AMD zurück zu alter Stärke kommen möchte:
| . | HD 3850 | HD 3870 | HD 4850 | HD 4870 |
|---|---|---|---|---|
| Codename | RV670 | RV670 | RV770 | RV770 |
| Verfahren | 55 nm | 55 nm | 55 nm | 55 nm |
| Transistoren | 666 Mio. | 666 Mio. | 956 Mio. | 956 Mio. |
| Die-Größe | 192 mm² | 192 mm² | 256 mm² | 256 mm² |
| Chiptakt | 670 MHz | 775 MHz | 625 MHz | 750 MHz |
| Speichertakt | 830 MHz | 1125 MHz | 1000 MHz | 1800 MHz |
| Speicherinterface | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit |
| ROPs | 16 | 16 | 16 | 16 |
| TMUs | 16 | 16 | 40 | 40 |
| Streamprozessoren | 320 | 320 | 800 | 800 |
| Speicherbandbreite | 53,0 GB/s | 72,0 GB/s | 64,0 GB/s | 115,2 GB/s |
| Texelfüllrate | 10.700 MT/s | 12.400 MT/s | 25.000 MT/s | 30.000 MT/s |
| FLOPs (MADD/MUL) | 429 Gflops | 496 Gflops | 1000 Gflops | 1200 Gflops |
Die HD 4870 ist baugleich zur gestern vorgestellten HD 4850. Beide basieren auf dem RV770-Core, der im 55 nm-Verfahren gefertigt wird und mit 956 Millionen Transistoren rund 40 Prozent komplexer als der RV670 ist. Die zusätzlich verbauten Shader- und Textureinheiten haben offensichtlich den Transistorcount kaum tangiert.
Genau an dieser Stelle scheint sich auch eine Stärke der anfangs stark kritisierten R600-Architektur zu zeigen, auf die der RV770 noch immer aufbaut. Sie ist zwar in ihrem Grundgerüst sehr transistorhungrig, dafür benötigen die Einheiten relativ wenig, weswegen auch 150 Prozent mehr Shader- und Textureinheiten verbaut werden konnten, ohne den Transistorcount groß ansteigen zu lassen.
Sowohl HD 4850 als auch HD 4870 setzen auf insgesamt 800 Streamprozessoren und 40 TMUs. Auch die Anzahl der ROPs, 16, sowie die Breite des Speicherinterfaces, 256-Bit, ist dieselbe. Unterschiede ergeben sich folglich lediglich über die Taktfrequenz, wie man bereits seit längerem wusste.
Fällt der Unterschied beim Chiptakt - der bei AMD weiterhin auch Takt der Streamprozessoren ist - mit 750 statt 625 MHz rund 20 Prozent zugunsten der HD 4870 aus, sind es beim Speichertakt mit 1800 statt 1000 MHz sogar 80 Prozent. Dies liegt der Tatsache zugrunde, dass bei der HD 4870 bereits teurer GDDR5-Speicher verbaut wird, genau genommen IDGV51-05A1F1C-36X-Speicher von Qimonda, der bis 1800 MHz spezifiziert ist.
AMD selbst verspricht, dass die HD 4870 rund 30 Prozent schneller rendert als die HD 4850. Nach ersten Messungen sind es im Mittel aber nur rund 20 Prozent, erst unter hohem AA/AF und extremen Auflösungen sind Performancesprünge von bis zu 30 Prozent und darüber hinaus zu beobachten.
Preislich setzt AMD die HD 4870 bei 299 US-Dollar an und damit 100 US-Dollar über der HD 4850 an. Ein fairer Preis für eine zu erwartende Performance, die sogar im ein oder anderen Szenario der GTX 260 gefährlich werden könnte, welche ihrerseits zu einem Preispunkt von 399 US-Dollar in den Markt finden soll.
Am 25. Juni wird AMD die Spezifikationen, die bereits der obenliegenden Tabelle entnommen werden können, offenlegen. Auch erste Launch-Berichte könnten zu diesem Zeitpunkt online gehen. Verfügbarkeit wird sich bei der HD 4870 vermutlich jedoch erst Anfang/Mitte Juli einstellen, da gemunkelt wird, Qimonda könnte GDDR5-Chips noch nicht in genügend hohen Stückzahlen ausliefern.
Die kleinere HD 4850 ist inzwischen bereits im deutschen Einzelhandel eingetroffen und das zu absolut fairen Preisen, wie unser wenige Stunden alter Verfügbarkeitscheck gezeigt hat.
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