Für den einen oder anderen sicherlich im Endeffekt früher als erwartet, hat AMD am heutigen Tag, den 19. Juni, und damit nur einen Tag nach der ursprünglichen Produktvorstellung, die Vorhänge offen gezogen und erste Benchmarks der HD 4850 genehmigt.
Die Karte soll das Performance-Segment kräftig aufwirbeln und wird daher zu einem aggressiven Preis von 199 US-Dollar, was Straßenpreisen von um die 180 Euro bedeutet, kommen. Auf der Habenseite stehen gewaltige 800 Streamprozessoren, was mehr als einer Verdopplung gegenüber HD 3850 und 3870 entspricht. Auch die TMUs wurden von 16 auf 40 um mehr als den Faktor 2 erweitert. Trotzdessen ist die Chipgröße unerklärlicherweise kaum angewachsen und fällt mit 256 mm² nur rund ein Drittel größer aus als beim RV670.
| . | HD 3850 | HD 3870 | HD 4850 |
|---|---|---|---|
| Codename | RV670 | RV670 | RV770 |
| Verfahren | 55 nm | 55 nm | 55 nm |
| Transistoren | 666 Mio. | 666 Mio. | 956 Mio. |
| Die-Größe | 192 mm² | 192 mm² | 256 mm² |
| Chiptakt | 670 MHz | 775 MHz | 625 MHz |
| Speichertakt | 830 MHz | 1125 MHz | 1000 MHz |
| Speicherinterface | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit |
| ROPs | 16 | 16 | 16 |
| TMUs | 16 | 16 | 40 |
| Streamprozessoren | 320 | 320 | 800 |
| Speicherbandbreite | 53,0 GB/s | 72,0 GB/s | 64,0 GB/s |
| Texelfüllrate | 10.700 MT/s | 12.400 MT/s | 25.000 MT/s |
| FLOPs (MADD/MUL) | 429 Gflops | 496 Gflops | 1000 Gflops |
Gefertigt wird die HD 4850 weiterhin im 55 nm-Verfahren, wodurch der Verbrauch mit einer TDP von 114 Watt auch erfreulich niedrig bleibt - Messungen sehen sie unter Last stets unter 9800 GTX-Niveau. Beim Takt besinnt man sich vergangener Tage und bietet konservativ einen Chip- und Speichertakt an. Die entkoppelte Shaderdomain entpuppte sich als Ente, wie wir bereits heute Nacht mitteilten.
Der Chip wird mit 625 MHz angesprochen. Durch die insgesamt 40 TMUs erreicht man so eine Texelfüllrate von 25 Gigatexel pro Sekunde. Der Speicher wird mit 993 MHz betrieben und erreicht auf dem gewohnten 256-Bit Ringbusspeichersystem eine Bandbreite von knapp 64 GiB pro Sekunde.
Durch die insgesamt 800 Streamprozessoren ergibt sich eine endlos hohe Shaderperformance, die sogar - zumindest auf dem Papier - die der eben erst vorgestellten GTX 280 übertrifft. Es sind nämlich exakt 1000 Gigaflops und damit rund 77 Gigaflops mehr. Inwiefern diese Zahlen aber miteinander vergleichbar sind, sei dahingestellt bzw. müssen dies unabhängige Tests erst noch zeigen.
Obwohl die HD 4850 kräftig an Textur- und Shadereinheiten gewonnen hat, fällt die Performancesteigerung im Verhältnis dazu nämlich relativ dürftig aus. Tests bescheinigen dem übringens stets laufruhigem Chip eine rund 60 Prozent höhere Performance als HD 3850 und 30 Prozent höhere als HD 3870. Die 9800 GTX ist ebenbürtig. Besonders unter Verwendung von AA/AF dreht die Karte Kreise um die Konkurrenz.
Ohne die Karte vorab in Betracht genommen zu haben, scheint sich aber herauszukristallisieren, dass AMD ganze Arbeit geleistet hat. Man hat einen sehr kostengünstigen Chip produziert, der die starken G80/G92-Chips der Konkurrenz stehen lässt. Man ist nicht nur schneller oder zumindest ebenbürtig, sondern kann auch kostengünstiger produziert und damit günstiger verkaufen. Zudem sprechen vermeintliche Nebensächlichkeiten wie Verlustleistung, Lautstärke und Featureangebot (Stichwort: DirectX 10.1) für den kleinen AMD-Chip mit viel Herzblut.
Man munkelt sogar, dass die größere HD 4870, die deutlich höhere Taktraten an Chip und Speicher hat (750/1800 statt 625/1000 MHz), leistungstechnisch in der ein oder anderen Anwendung mit der GTX 260 gleichziehen kann. Dies steht jedoch auf einem anderen Blatt und soll nicht Gegenstand dieser Diskussion sein.
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