Chinesische Hacker sorgen für Unruhe

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Chinesische Hacker sorgen für UnruheDiese Woche verging kein Tag, an dem kein mutmaßlicher chinesischer Angriff auf Minesterien reicher Industrienationen verübt worden wäre. Auch wenn die chinesische Regierung beteuert, dass Hacking ein internationales Problem sei, von dem auch China betroffen sei, und man gemeinsam gegen diese Cyber-Kriminalität vorgehen wolle, ist nicht abzustreiten, dass durchweg alle in den letzten Wochen verübten Hacking-Angriffe von China ausgingen.

Vor wenigen Wochen begann der virtuelle Terror und schlich sich bis ins Büro von Angela Merkel. Mehrere Indizen deuteten daraufhin, dass der Angriff aus China stammte, so dass man diese Äußerung auch in wohl formulierten Worten der Presse übergab. Daraufhin meldete sich zwar die chinesische Regierung zu Wort und fuhr auf Schmusekurs, doch die nachfolgenden Angriffe sollten das ganze aus anderem Licht betrachten lassen:

"Wir glauben, dass Hacking ein internationales Problem ist. China erleidet auch Hackerattacken. China ist bereit, mit anderen Nationen zusammenzuarbeiten, um gegen Cyber-Kriminalität vorzugehen."

Vorgestern Abend berichtete dann die Financial Times, dass sich bereits im Juni chinesische Militärs ins Pentagon, der Machtzentrale Amerikas, eingeschleust hätten. Angaben zum Schaden konnte man nicht nennen. Dabei wird genannt, dass die Hacker die Tat von langer Hand geplant haben. Mehrere Wochen soll das chinesische Militär das Pentagon nach Schwachstellen durchsucht haben, um dann nicht einen gezielten Angriff zu starten, sondern einen Schleichenden.

Das Übertragen der Daten, die laut dem US-amerikanischen Verteidigungsministerium aber nicht vertraulich gewesen sein sollen - sicherlich würde im Falle des Falles die USA aber auch nicht öffentlich zugeben, dass vertrauliche Informationen in chinesische Hände geraten sind -, dauerte Wochen an und zwang das Verteidigungsministerium auch schlussendlich dazu, die Server - es waren immerhin 1500 Rechner - vom Netz zu nehmen. Der Imageschaden, den die USA dadurch erlitten hat, ist schwer einzuschätzen. Dennoch darf man festhalten, dass die USA nicht imstande war, Gegenmaßnahmen durchzuführen.

China reagierte auf die Anschuldigungen der USA erbost. Ein Sprecher des Außenministeriums ließ verlauten, dass jemand China aufgrund absurder Gründe angeklagt hätte. Er giftete sogar noch weiter in Richtung Amerika und warf ihnen ein "Denken des kalten Krieges" vor. Eine weitere Stellungnahme der USA folgte nicht. Die Financial Times konnte dennoch aus sicheren Quellen einige interessante Stimmen einfangen. So wird beispielsweise ein Verantwortlicher, der anonym bleiben will, mit den Worten zitiert:

"Die Volksbefreiungsarmee hat bewiesen, dass sie unsere Systeme außer Kraft setzen kann und das sie die Möglichkeit besitzt, dies in großem Stil im Konflikt-Fall erneut zu tun."

Diese Worte signalisieren, dass sich die USA momentan relativ ungeschützt, machtlos fühlt, wenngleich dies öffentlich sicherlich nicht so genannt wird. Die aufstrebende Wirtschaftsnation China scheint die USA im Griff zu haben und könnte so gut wie jederzeit, an vertrauliche Informationen herankommen. Ein Problem der Chinesen bleibt jedoch: Man hinterlässt Spuren.

Nachdem gestern der verbale und virtuelle Krieg zwischen den USA und China noch immer ein Thema war, platzt heute morgen schon die nächste Schreckensnachricht herein. Ein Regierungssprecher Großbritanniens gab gegenüber dem Guardian zu, dass Hacker mehrere Minsterien angegriffen hätten. Besonders das britische Außenministerium soll Schaden genommen haben. Zwar wurde China in diesem Fall noch nicht als Urheber genannt, doch plagte bereits letztes Jahr Großbritannien ein Angriff auf das Computersystem des britischen Parlaments, bei dem sich später herausstellte, dass eine chinesische Hackergruppe der Initialzünder war.

Experten aus England sehen die Cyber-Angriffe aus China als dauerhaftes Problem an, bei dem der besagte Angriff aufs Pentagon nur die Spitze des Eisbergs darstellt. Konkrete Verfahren, wie man gegen diese Angriffe aus Fernost, reagiert, scheinen zwar den westlichen Nationen vorzuliegen, wirksam scheinen sie aber nur noch bedingt zu sein. Neue Sicherheitssysteme müssen entwickelt werden, damit zugegebenermaßen irreale Katastrophen wie im Film "Stirb Langsam 4.0" ausbleiben. Alle wichtigen Daten von Nationen liegen mittlerweile in digitaler Form vor. Überspitzt gesagt sind die Zeiten, in denen man mit einer Brechstange vor dem Pentagon stand, um es auszuplündern, vorbei. Leise Angriffe aus zigtausendfacher Entfernung können gezielt gestartet werden - schöne neue Welt.

In eigener Notiz möchte ich noch auf das Institut für Internet-Sicherheit verweisen, das vor kurzem, wenn auch in kleinem Stile, im ARD Morgenmagazin einen simplen Hacking-Angriff auf eine "normale" Privatperson demonstrierte und darüber hinaus ein Branchenbuch bereitstellt, damit insbesondere mittelständische und kleine Unternehmen aber auch Privatpersonen Hilfestellungen im Bereich der IT-Sicherheit schnell und einfach in der Nähe finden können.

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9 Kommentare

9.) bingomatik 19.02.2008 - 16:32 Uhr
Die Chinesen sind mit ihrem nohau sehr weit vorrangeschritten. Warum sie es aber nötig haben ein Windows zu Kaufen anstatt selber eins zu machen gibt mir rätsel (naja, die brauchen noch ein paar Jahre ).
Ich könnte mir gut vorstellen ein Betriebssystem aus China zu kaufen. Dieses ist vieleicht genauso unsicher (!?) aber auf jedenfall kundenorientierter und somit mehr nach meinen bedürniss. 8)
8.) Falcon 10.09.2007 - 19:51 Uhr
sowas, die chinesen...

aba wenn die ihre panzer genauso instabil baun wie ihre autos, ham ma ja nix zu befürchten :lol:
7.) KonKorT 10.09.2007 - 19:44 Uhr
Ohohoh, das wird immer schlimmer mit den Chinesen ... allmählich ist es nicht mehr lustig.

China plant Angriff
6.) JackBauer 06.09.2007 - 00:49 Uhr
Aber dann wahrscheinlich alle Google hernehmen...
5.) p.a.t.r.o.n 05.09.2007 - 23:54 Uhr
Da fühle ich mich als Privat Person voll ausgeliefert.

Es gibt eine Lösung Netzwerkkabel ziehen dann bin ich sicher.
4.) UltraXFX-92 05.09.2007 - 22:32 Uhr
Ich denke, der 3. Weltkrieg ist nicht mehr weit entfernt.
3.) JackBauer 05.09.2007 - 19:48 Uhr
Das is ja wie im Buch "Die Verschwörer". oO
Sehr gute Kolumne! ;)
2.) KonKorT 05.09.2007 - 17:54 Uhr
Ja, es klingt schon bisschen gruselig, aber die Kolumne beinhaltet viele Fakten. Es ist bittere Realität.
1.) touly 05.09.2007 - 17:10 Uhr
klingt wie Ghost in the Shell^^ huuu zukunft wir kommen