Viele kennen es: Man spielt mit einer kabellosen Maus und plötzlich ist der Akku leer. Früher hat man einfach die Batterie ausgetaucht und weiter gespielt oder man hat von vornerein auf eine Kabelmaus gesetzt. In der Zwischenzeit haben sich zwei Hersteller dieser Problematik angenommen: Die Rede ist von Microsoft und Razer. Beide Hersteller haben jeweils eine Maus entwickelt, die sowohl mit einem Kabel, aber auch via Funk betrieben werden kann. Dabei setzen diese auf unterschiedlichen Techniken.
Kabellose Mäuse haben noch heute den Ruf, etwas verzögert zu reagieren, besonders bei schnellen Bewegungen. Ob sich des bei den aktuellen Mäusen bewahrheitet, haben wir anhand von zwei Modellen überprüft: Der Microsoft Sidewinder X8 und der Razer Mamba.
Auf den folgenden Seiten werden wir auf die beiden Testkandidaten etwas näher eingehen, indem wir deren Verarbeitung, Ergonomie, Handling/Präzision, Empfänger/Ladestation und Software durchleuchten.
Bevor es jetzt mit dem Test los geht, möchten wir uns noch bei Microsoft und Razer für die zügige Bereitstellung der zwei Testkandidaten bedanken.
Folgend die technischen Details der beiden Probanden im Überblick:
| . | Microsoft Sidewinder X8 | Razer Mamba |
|---|---|---|
| Auflösung | 250-4000 DPI | 125-5600 DPI |
| Abtastrate | bis 500 Hertz | 125/500/1000 Hertz |
| Max. Beschleunigung | 75G | 50G |
| Tasten | 10 Tasten + 4 Wege-Scrollrad | 7 Tasten |
| Besonderheiten | Bluetrack-Sensor, Betrieb mit Kabel und ohne möglich, auswechselbare Gleitfüße, Sondertasten | Blaue Beleuchtung, Betrieb mit Kabel und ohne möglich, vergoldete Stecker |
| Max. Betriebsdauer | 30 Stunden | 14-72 Stunden |
| Preis | ca. 60 Euro | ca. 100 Euro |
Microsoft teuerste „Gaming-Maus“ ist bis auf eine Ausnahme komplett aus Plastik. Das Mausrad wird aus Metall gefertigt und macht einen hochwertigen Eindruck. Das gut ablesbare Display zeigt den Status der Batterie an und bei Druck auf die DPI-Tasten die entsprechende „Auflösung“.
Die Sidewinder X8 ist die dritte Maus aus dem Hause Microsoft, die einen Bluetrack-Laser verbaut hat. Gegenüber einem normalen Laser ist es dank „Bluetrack-Sensor“ möglich, die Maus auf Mauspads, aber auch auf Holz oder sonstigen Untergründen zu benutzen.
Microsoft hat die Sidewinder X8 so entworfen, dass sie sowohl für Rechts- als auch Linkshänder geeignet ist. Linkshänder müssen lediglich auf die Makrotaste und die Daumentasten verzichten. Die zwei „Feuertasten“ haben einen kurzen Hub, was in Spielen von Vorteil sein kann, besonders für Feuergefechte. Die beiden Daumentasten bieten einen hervorragenden Halt. Einzig die Makrotaste und die DPI-Schnellwahl–Tasten sind schlecht positioniert.
Der „Bluetrack-Sensor“ hat auf einigen Oberflächen Probleme. Bei schnellen oder langsamen Bewegungen kann dies dazu führen, dass der Mauscursor springt. Dieses Verhalten hat besonders Auswirkungen bei Bildbearbeitung. In Spielen konnte man es nicht beobachten.
Die Sidewinder ist eine Maus für nahezu jede Hand. Die Daumentasten lassen sich sehr gut bedienen, aber auch bei den „Feuertasten“ liefert sie eine sehr gute Figur ab.
Der Transceiver ist der Empfänger für die Microsoft Sidewinder X8. Dieser beinhaltet ein Kabel, mit dem man gleichzeitig die Maus aufladen kann und sich diese betreiben lässt. Des Weiteren sind im Transceiver zwei Paar zusätzliche Gleitfüße enthalten.
Wie bei allen Microsoft-Mausprodukten ist auch bei der Sidewinder X8 die IntelliPoint-Software mit dabei. Diese fügt in der Systemsteuerung einige Einstellungen und „Reiter“ der „Maus“ hinzu. Mit der Software lässt sich jeder Taste eine andere Funktion zuweisen. Zudem ist es möglich, die DPI-Zahl von 250 bis 1000 in 250er-Schritten, von 1000 bis 2000 in 500er-Schritten und ab 2000 bis 4000 in 1000er-Schritten einzustellen.
Die Razer Mamba ist sehr gut verarbeitet. Die Griffflächen sowie die Tasten und das Mausrad sind mit Gummi überzogen. Dadurch hat man in jeder Lage einen sehr guten Halt. Der Rest der Maus ist mit Klavierlack überzogenes Plastik gefertigt. Über eine kleine LED-Anzeige links unten lässt sich der Status des Akkus ablesen.
Die Razer Mamba ist die erste Maus, die einen Laser mit 5600 DPI hat. Durch die höhere Auflösung sind schnellere Bewegungen und Aktionen möglich.
Die Razer Mamba liegt dank gummierter Griffflächen sehr gut in der Hand. Die „Feuertasten“ lassen sich sehr leicht drücken, was besonders für Hardcore-Gamer Vorteile bringt. Die Daumentasten sind leicht zu erreichen und die Makrotasten lassen sich trotz der geringen Größe sehr gut betätigen. Linkshänder müssen jedoch auf die von vielen geliebten Daumentasten verzichten. Optisch ähnelt die Mamba der schon länger bekannten und beliebten Razer Death Adder.
Bei der Razer Mamba macht sich der stärkere Laser bemerkbar. Dieser macht sich gerade bei der Bildbearbeitung bemerkbar. In einem Spiel konnte jedoch kein Unterschied zu schwächeren Laser festgestellt werden.
Die Razer ist eine Maus für kleine bis mittelgroße Hände. Bei Leuten mit großen Händen könnte es zu Problemen mit der Bedienung kommen, insbesondere bei den Daumentasten und „Makrotasten“.
Der Empfänger der Razer Mamba ist auch die „Ladestation“ für die Maus. Ist der Akku leer oder kurz davor, so hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man steckt die Maus auf die Ladestation und lässt diese für eine Dauer von vier bis acht Stunden laden oder man benutzt das mitgelieferte USB-Kabel und verwendet dann die Maus als „Kabelmaus“. Positiver Nebeneffekt ist, dass die Maus dennoch aufgeladen wird.
Mit der beiliegenden Software der Razer Mamba lassen sich alle Tasten beliebig belegen. Über dem Menüpunkt Makros ist es möglich, Makros mit bis zu 500 Aktionen anzulegen. Unter dem Punkt Profile können bis zu fünf Profile für diverse Spiele und Programme angelegt werden. Zudem ist es möglich, die Makros und Profile zu sichern und jederzeit wiederzuverwenden.
Razer und Microsoft haben bei beiden Mäusen eine sehr gute Arbeit abgeliefert. Dennoch gibt es einige Verbesserungsmöglichkeiten.
Bei der Microsoft Sidewinder X8 ist es die schlecht positionierte „Makro aufzeichnen“-Taste. Diese ist in Spielen, wo das Hauptaugenmerk dieser Maus liegt, von Vorteil. Die zwei Paar zusätzlichen Gleitfüße sind zudem eher uninteressant, da sich diese von der Oberfläche kaum unterscheiden und auch sonst nicht von Nutzen sind.
Die Razer Mamba ist zwar eine sehr gute Maus, doch während man die Microsoft Sidewinder X8 mit einer alternativen Batterie benutzen kann, muss man die Razer Mamba mit dem vom Hersteller mitgelieferten Akku benutzen. Weiterer Kritikpunkt ist, dass der Akku beim dauerhaften Spielen nur 14 Stunden hält, wohingegen beim normalen Arbeiten bis zu 72 Stunden Laufzeit möglich sind.
Stärken und schwächen (siehe oben) haben beide Kandidaten. Wer nicht bereit ist, für eine Maus um 100 Euro auszugeben, ist mit der Microsoft Sidewinder X8 besser beraten. Den theoretischen Unterschied zwischen 4000 und 5600 DPI konnte man im Test nicht feststellen. Beide machen in der Hand eine sehr gute Figur und auch in Sachen Präzision sind sie top. Lediglich bei langsamen Aktionen wie bei Bildbearbeitung könnte es bei der „X8“ zu Problemen kommen.