Bericht: Prozessoren Herbst 201130. Oktober 2011

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Allgemeines

Seit unserem letzten Bericht im Sommer 2010 hat sich beim Prozessorangebot viel geändert.
Intel präsentierte im Januar dieses Jahres neue Prozessoren auf der „Sandy Bridge“-Architektur, die Core i-Serie der 2. Generation.
Mit der Architekturänderung zog bei Intel auch eine neue Plattform Einzug. Diese beseitigte die Schwäche der alten 1156-Plattform bei der Anbindung des Chipsatzes, indem die Anbindungsgeschwindigkeit verdoppelt wurde, wodurch es für die Mainboardhersteller nun einfach geworden ist, Zusatzchips für USB 3.0 ohne Performanceeinbußen anbinden zu können. Zudem hielt die schnelle SATA 6Gb/s-Schnittstelle in die Chipsätze Einzug. Einziges Problem war zum Start lediglich der Chipsatzbug bei der Anbindung der älteren SATA 3Gb/s-Schnittstelle. Rechtzeitig zum Frühlingsanfang hat Intel dieses Problem jedoch gelöst und die Chipsätze im neuen B3-Stepping in den Markt entlassen. Auf dieses B3-Stepping sollten Kunden achten, wenn sie sich für die neue 1155-Plattform von Intel entscheiden.
Für deutlich weniger Aufsehen sorgte hingegen die Vorstellung des sehr teuren Core i7 990X für die 1366-Platform.

Intel dominierend im Desktopmarkt

AMD versuchte seit der Sandy Bridge-Vorstellung mit Preisanpassungen der alten Prozessoren auf K10-Basis gegenzuhalten. Im September erweiterte Intel allerdings sein Sandy Bridge-Prozessorangebot auch hinunter bis ins Low-End-Segment mit entsprechenden Celeron-Modellen und führte im Verlauf des Jahres weitere Taktupdates bei den Pentiums durch.
Erst mit Llano, einer so genannten APU bestehend aus CPU und GPU, gelang AMD wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Was die Prozessorleistung angeht, blieb man jedoch hinter den gleichpreisigen Angeboten ohne Grafikprozessor aus eigenem Hause. Zwar kann der Grafikprozessor aufgrund von OpenCL- und DirectCompute-Unterstützung theoretisch auch für Berechnungen abseits der Grafik genutzt werden, doch praktische Anwendungsgebiete gibt es bisher kaum in dem Umfang, als dass dies allein den Mehrpreis für die APU im Vergleich zu einem nackten Prozessor mit schlanker IGP rechtfertigen würde und so muss vor allem auch bewertet werden, wie viel der Grafikprozessor in 3D-Spielen bewegen kann. Hier muss man aber ganz klar sagen, dass die Leistung sich auf dem Low-End-Niveau befindet, unterhalb einer Radeon HD 5570. Insbesondere bei kleineren Modellen gibt es immer wieder Spiele, die unspielbare FPS-Raten (unter 30 FPS) abliefern und das trotz niedrigsten Grafikqualitätseinstellungen in den betreffenden Spielen. Eine brauchbare Lösung für Gamingrechner stellen solche Systeme also nicht dar.
Im Herbst kamen dann auch die lange versprochenen AMD-FX-CPUs mit Bulldozer-Architektur. Eine Architektur, die auf Multithreading-Programme optimiert ist und in Anwendungen, die eine hohe Leistung pro Thread erfordern, sogar deutlich schlechter abschneidet als frühere Prozessoren von AMD und Intel.

In diesem Bericht werden wir einen Blick auf unterschiedliche Preisbereiche werfen und versuchen, für ihre Kaufentscheidung die nötigen Hinweise zu geben. Unsere Empfehlungen sind im Text Fett hervorgehoben. Alle Prozessorpreisangaben im Artikel beziehen sich auf Online-Preise der „Boxed“-Versionen, jedoch ohne Versandkosten.

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