Bericht: Intel Nehalem-Architektur20. September 2008

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Prolog

Vom Blitzlichtgewitter der Medien eingenebelt stellte Intel vor ziemlich genau zwei Jahren die Core Mikroarchitektur vor. Bombastisch, brillant, grandios, imposant, phänomenal, sensationell, spektakulär! Nein, selbst der noch so abgeklärte Redakteur kam aus dem Staunen nicht heraus, als Intel die Vorhänge runterließ und zum großen Gegenangriff auf AMD bließ. Der erste Satz sagt es: Zwei Jahre ist dies nunmehr alles her. Conroe heißt jetzt Nehalem. Anders als damals kann man allerdings nicht mehr AMD schlagen - dies tat man bereits mit der Core Mikroarchitektur -, sondern nur noch sich selbst. Gewinnt man den Kampf gegen sich?

Intel Nehalem-Desktop-Prozessor Core i7

Conroe ist nicht Nehalem und Nehalem nicht Conroe. Auch die Ausgangssituation ist nun grundverschieden. Damals stand Intel enorm unter Druck, der Pentium-Motor war ausgefallen, wollte nicht mehr höher takten, ohne viel, viel Energie. Man, Intel-Weltkonzern, musste sich plötzlich dem kleinen, sanftmütigem Konzern mit den lediglich drei Buchstaben im Namen aus Santa Clara geschlagen geben? Diesem kleinen Pimpf, den man sich vor zehn Jahren aus der Portokasse hätte einverleiben können? Nein, das konnte nicht sein, das durfte nicht sein und das gehörte geschleunigst wieder zu recht gebogen.

Die Anläufe waren allerdings zunächst vergebens. Auch eine längere Pipeline und ein neuer Fertigungsprozess wollten aus dem Pentium nur ungern ein weiteres Megahertz herausquetschen. Kurz vor der Vorstellung der dringend nötigen Core Mikroarchitektur stellte AMD die deutlich schnelleren, günstigeren und zugleich effizienteren Prozessoren her.

Nach der wie eingangs erwähnt sehr erfolgreichen Vorstellung der Core Mikroarchitektur hat sich das Blatt um 180 Grad gewendet. Intel gab nun wieder den Ton an, ruhte sich aber nicht auf seinen Lorbeeren aus und verhielt sich alles andere als überheblich.
Man achtete nun den Konkurrenten, nahm ihn für voll und rief ob der möglichen Gegenwehr des Davids gleich einmal aus, künftig im Zwei-Jahres-Takt eine neue Prozessorarchitektur vorzustellen. Und nunja, da ist sie gewissermaßen. Nehalem ist pünktlich da!

Intel Nehalem-Die

Doch schaut man auf den Markt, so stellt man fest: Mit offenen Armen wie damals Conroe wird er nicht empfangen. Intel dominiert spielerisch das Geschehen, musste zu keinem Zeitpunkt die Core Mikroarchitektur an ihre Grenzen bringen. Selbst der von AMD neu aufgelegte K10 konnte den Abstand zum Core nur verkürzen, nicht aber im Geringsten dessen Vormachtstellung in Frage stellen. Wer braucht eigentlich schon den Nehalem, nur Intel, um sein Ego zu stärken?

Man ist entspannter, lockerer geworden, weiß ob der eigenen Stärke und verspührt nicht mehr den Druck. Mit Nehalem, so viel ist sicher, kann man nur gewinnen, aber - so viel ist auch sicher - nicht in dem Stile wie damals mit Conroe. Die vor zwei Jahren hingelegten Fußtritte sind zu groß, als dass man noch mal so einen Clou landen könnte.
Auf den folgenden Seiten wollen wir Ihnen Nehalem, Intels neuste Errungenschaft, näher vorstellen. Welche Modelle wird es geben, wann werden sie eintreffen, wie schnell werden sie sein und welche Verbesserungen hat es eigentlich unter der Haube gegeben? All' diese Fragen wollen wir versuchen, auf den nächsten Seiten sachlich zu beantworten.

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