Bericht: Luft und Lüfter3. September 2010

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Einleitung

Vor circa 15 bis 20 Jahren war Kühlung überhaupt kein Thema. Prozessoren liefen ohne Lüfter und oft auch ohne Kühlkörper. Entsprechend gab es auch keinen Lärm. Lediglich die Laufwerke arbeiteten mit beweglichen Teilen, doch auch sie waren noch verhältnismäßig leise. Aktuell kann man sich so eine Welt voller Silent-PCs kaum noch vorstellen. Denn selbst in einem kleinen Rechner arbeiten mindestens zwei Lüfter. Einer auf dem Prozessor und einer im Netzteil. In einem regulären PC kommen weitere Lüfter für die Grafikkarte sowie für das Gehäuse hinzu. Und bei einem High-End-Spiele-Rechner gibt es nach oben hin gleich gar keine Grenzen mehr, so dass nicht selten auch ein gutes Dutzend und mehr Lüfter gezählt werden.

Kühlung ist wichtig, keine Frage. Die magische Zahl lautet dabei 7° C. Denn mit jenen 7° C, die ein Prozessor, ein Grafikchip oder sonst ein integrierter Schaltkreis wärmer betrieben wird, halbiert sich seine Lebenserwartung. Der Grund dafür ist, dass sich für jede zusätzlichen 7° C die chemische Reaktionsgeschwindigkeit verdoppelt und somit der Verschleiß in Form von Elektromigration auch doppelt so schnell voranschreitet. Im Sinne des Anwenders ist es also, die Temperaturen möglichst gering zu halten. Denn selbst kleine Temperaturabsenkungen können die Lebenserwartung der Hardware enorm steigern.

Die Lüfter helfen ihm dabei, denn sie sorgen für einen stetigen Abtransport der Abwärme. In diesem Sinne und getreu dem Motto "viel hilft viel" werden also zahlreiche Lüfter verbaut, in der Hoffnung, dass deren zahlenmäßige Überlegenheit die Abwärme in die Flucht schlägt. Recht spät bemerkt man jedoch, dass zahlreiche Lüfter - auch mit guten Staubfiltern - den Rechner zu einem Staubsauger mutieren lassen. Das Resultat sind verstopfte Kühler, lärmende Lüfter und überhitzte Hardware.

Es ist und bleibt ein Teufelskreis, der auch von unserem Artikel nicht durchbrochen wird. Dennoch wollen wir der mangelnden Aufklärung entgegen wirken, die in diesem Bereich herrscht. Die meisten Magazine sind sich einfach zu schade, um Lüfter zu testen oder allgemein Kühlungs-Themen intensiv zu behandeln. Entsprechend tappen viele Anwender im Dunkeln, so dass ihnen dann auch nichts weiter übrig bleibt, als den Marketingaussagen der Hersteller zu vertrauen, in der Hoffnung, dass sie diesmal mehr Wahrheit enthalten als sonst üblich.

Hier muss man sich die Zeit nehmen und tiefer blicken, denn Luft ist nach wie vor das bevorzugte Kühlelement und der Lüfter entsprechend der wichtigste Handlanger. Nicht nur weil Lüfter das preiswerteste Kühlwerkzeug darstellen und damit ihre Vormachtstellung auch in Zukunft sichern, sondern weil auch alle alternativen Kühlmethoden schlussendlich auf Luftkühlung basieren. Sei es der Wasserkühler, das Peltier-Elemente oder der Kompressorkühler. Ohne Luft geht gar nichts. Das sollte schon Grund genug sein, um sich in die Materie einzuarbeiten und um herauszufinden, was es damit - wirklich - auf sich hat.

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