Bericht: Coolink ChipChilla8. Dezember 2009

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Problematik

Es ist eine unangenehme Angewohnheit, die vereinzelt schon auf Chipsätze von ATI und Intel abfärbte, doch hauptsächlich immer wieder bei den Chipsätzen von Nvidia beobachtet wird: Die Rede ist von übermäßiger Chipsatz-Abwärme, die so hoch ist, dass man sie ohne einen Lüfter nicht bändigen kann. Besonders auffällig wurde diese Problematik beim Nforce 4-Chipsatz, der – mit nur wenigen Ausnahmen – serienmäßig mit Lüfter verbaut wurde. Dies ist in der Tat ein großes Manko, denn für den Mainboard-Hersteller bedeutet der Bedarf von Lüftern zusätzliche Kosten, die er an seine Kunden weitergibt. Und der Anwender stört sich bei einem Lüfter-Betrieb, da dieser den Kühlkörper schnell verstauben lässt, was mittelfristig zu einer schlechten Kühlleistung und zu Stabilitätsproblemen führt. Ganz zu schweigen von der zusätzlichen Lüfter-Lautstärke, die mit dem Alter weiter steigt.

Nvidia Nforce 4-Chipsatz auf drei Platinen

Der Problematik versuchte Nvidia Herr zu werden, indem man auf zunehmend größere Kühlkörper vertraut. Speziell Gigabyte wollte sogar den hitzigen Nforce 4 mit passiven Kühlern in den Griff bekommen, die ein 4-mal so großes Volumen besaßen wie reguläre Chipsatzkühler. Der Erfolg blieb jedoch aus, wie man überall im Internet an den zahlreichen Forums-Beitragen sehen kann, die von überhitzenden Nforce 4-Chipsätzen auf Gigabyte-Boards berichten.
Dennoch hat man die Hoffnung nicht aufgegeben, die Nvidia-Chipsätze passiv zu kühlen. Als neue Idee kamen Heatpipe-Kühler auf. Doch bedauerlicherweise dient das Konzept einer Heatpipe nicht der Abkühlung, sondern der Verteilung von Wärme. Die eigentliche Kühlung läuft nach wie vor über die Lamellen des Kühlkörpers, die erst durch ihre große Fläche die Abwärme schnell an die Luft abgeben können. Im besten Fall bedeutet es also, dass eine Heatpipe-Chipsatzkühlung nur eine Mehrleistung verspricht, wenn sie eine größere Oberfläche bietet. Im schlimmsten Fall heizt sie sogar kühlere Komponenten des Mainboards auf und sorgt für deren Überhitzung.

Heatpipe-Konstruktion

So gesehen ist keine Lösung in Sicht, doch die Chipsatz-Abwärme steigt zusehens. Während Nvidia beim Nforce 610/630-Chipsatz mit dem integrierten Geforce 7 IGP einen weitgehend kühlen Chipsatz realisierte, präsentierte man beim Nforce 730-Chipsatz mit dem integrierten Geforce 8 IGP dann wieder eine hitzige Frohnatur. Tatsächlich arbeitet der Geforce 8 IGP so heiß, dass er bei unseren Praxis-Tests mit drei verschiedenen Geforce 8200-Boards ausschließlich im 2D-Modus einen garantiert stabilen Betrieb gewährleisten konnte, wie wir auch schon in einem älteren Test randläufig bemerkten. Im 3D-Modus sieht es dagegen nicht so rosig aus. Auf einem Mainboard präsentiert sich der Geforce 8200 sogar mit einer Temperatur von über 90° C, bevor er sich mit einem Bluescreen abmeldet. Bei den anderen beiden Mainboards ist tatsächlich schon nach 86° C Schluss. Da wird jedem schnell klar, dass hier nur noch ein nachgerüsteter Chipsatzkühler hilft.

Wir wollen an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass auch bei neueren Intel-Chipsätzen wie beispielsweise dem X58 eine hohe Temperatur feststellbar ist, jedoch kämpfen insbesondere Nvidia-Chipsätze unter dem Problem der zu hohen Temperaturen. Vollkommen freisprechen davon können sich die aktuellen AMD-Chipsätze, welche stets kühl bleiben.

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