Bericht: Techsolo TC-03027. November 2010

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Einleitung

Gehäuse schrumpfen zusehends. 10 Jahre vor der Jahrtausendwende gehörte neben dem Desktop-Gehäuse auch der Big-Tower zum Alltag. Mit einem Volumen von 60 bis 70 Litern waren sie damals die Klassiker. Viel Platz war auch dringend notwendig, denn neben den einfachen 5,25 Zoll-Laufwerken (CD-ROM, CD-Brenner, MODs, Tape-Drives, etc.) und den klassischen 3,5 Zoll Festplatten waren auch noch übergroße Festplatten im 5,25 Zoll-Full-Size Format erhältlich, wobei Full-Size zwei 5,25-Zoll-Laufwerksschächten entsprach. Nicht selten war daher ein Big-Tower auch dringend notwendig, um den ein oder anderen PC aufzunehmen.

Spätestens zur Jahrtausendwende wurde diesem bunten Laufwerks-Mix und vor allem der Platzverschwendung Einhalt geboten. Der Bedarf an 5,25 Zoll-Laufwerksschächten schrumpfte auf ein oder zwei zusammen. In Folge dessen etablierten sich die kleineren Midi- und Mini-Tower. Mit circa 35 bis 50 Liter Volumen waren sie deutlich platzsparender und konnten sich auch auf dem Schreibtisch einfinden.

Seit dem immer mehr Funktionen direkt aufs Mainboard gewandert sind, reduziert sich auch die Anzahl der benötigten Erweiterungs-Steckplätze. Dank onBoard-Grafik, -LAN und -Audio kann man oft sogar gänzlich auf Erweiterungs-Slots verzichten. So schrumpfen die Mainboards vom Full-ATX- aufs Micro-ATX-Format zusammen und begnügen sich dank fehlender Erweiterungskarten auch viel häufiger mit der Low-Profile-Bauweise.

Techsolo TC-030 Small Form Factor

Das Resultat all dieser Entwicklungen sind zunehmend kleinere Gehäuse, wie das uns vorliegende Techsolo TC-030, das mit weniger als 12 Litern zu den kleinsten MicroATX-Gehäusen zählt, die der Markt zu bieten hat. Für den Hersteller sind so kleine Gehäuse in jedem Fall eine große Herausforderung, denn je kleiner ein Gehäuse wird, desto weniger Spielraum gibt es für Fehler. So kommt es nicht selten vor, dass gerade bei den kleinen Gehäusen sich viele Modelle finden, die stark gehandicapt sind.

Viele Hersteller achten bei kleinen Gehäuse leider nur auf den benötigten Formfaktor, nicht aber auf die Tatsache, dass hier auch noch viele Kabel verlegt werden müssen. Auch der Einbau von Hardware muss oft in einer bestimmten Reihenfolge durchgeführt werden, was gerade für Bastler ein Horror werden kann. Und nicht zuletzt ist auch die stark eingeschränkte Kühlleistung zu nennen, da in einem kleinen und engen Gehäuse ein echter Air-Flow sich nur schwer entwickeln kann.

Es gibt also viele Stolpersteine, die man bei kleinen Gehäusen berücksichtigen sollte und zwar nicht nur als Hersteller, sondern auch als Anwender. Viele - wenn nicht gar alle Hersteller - sind noch dabei, in dieser Disziplin Erfahrungen zu sammeln und sich entsprechend weiter zu bilden. Daher ist man als Anwender gut beraten, wenn man gerade bei kleinen Gehäusen einen viel kritischeren Blick riskiert und alle Eventualitäten gut prüft, bevor man sich bindet.

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